Ehe- oder Lebenspartner von Bahncard-Inhabern können eine vergünstigte Partnerkarte erhalten. Foto: Privat

Bisher konnten Eltern ein sehr günstiges Bahncard-Angebot nutzen: Die Zusatzkarte für den Partner für nur zehn Euro. Das stellt die Bahn nun ein. Die Alternative ist deutlich teurer.

Bremen - Eine Preiserhöhung um 310 Prozent – das ist sogar für DB-Verhältnisse happig. Um diesen Prozentsatz ist 2018 der Preis bestimmter Bahncards gestiegen, die für junge Eltern attraktiv waren. Jahrelang hatte die Deutsche Bahn Vätern und Müttern ein interessantes Angebot gemacht: Wenn einer von beiden eine Bahncard 25 (BC25) für zuletzt 62 Euro (2. Klasse) kaufte, konnte der jeweilige Ehe- oder Lebenspartner für sich selbst eine sogenannte Zusatzkarte erwerben – für nur zehn statt 62 Euro pro Jahr. Damit konnte der zweite Elternteil eigenständig zu ermäßigten Preisen reisen. Diese günstige Zusatzkarte ist nun abgeschafft. Für den zweiten Elternteil gibt es jetzt nur noch eine sogenannte Partnerkarte für 41 Euro, wie sie bisher schon für Paare ohne Kind angeboten wurde. Das macht eine Erhöhung um 31 Euro oder 310 Prozent.

Eigentlich gilt die Neuregelung bereits seit August 2018, aber die Öffentlichkeit hat davon bisher nichts erfahren, weil die DB dazu keine Pressemitteilung herausgegeben hat. Sie informiert lieber alle Betroffenen nach und nach durch persönliche Schreiben, nämlich immer dann, wenn eine Verlängerung des jeweiligen BC-Jahresabos bevorsteht. Immerhin versüßt der Konzern seinen Kunden die Preiserhöhung, indem er ihnen für das erste Jahr nach der Umstellung eine kostenlose Partnerkarte spendiert. Der Gutschein dafür kann allerdings nur in DB-Verkaufsstellen und nicht im Internet eingelöst werden – inklusive Schlangestehen.

Als Grund für die Neuregelung nennt eine DB-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Deutsche Bahn das unübersichtliche BC-Angebot „aufräumen und einfacher machen“ wolle. Bisher wurde die Zusatzkarte nur an jene Ehe- und Lebenspartner ausgegeben, die mit einem BC-25-Inhaber und mindestens einem Kind unter 18 Jahren im selben Haushalt wohnen; außerdem musste auch für das Kind eine Zusatzkarte für zehn Euro gekauft werden. Für Paare ohne Kinder gab es dagegen schon bisher die BC-25-Partnerkarte für 41 Euro. Diese Unterscheidung wurde nun aufgehoben – es gibt nur noch eine Variante für alle. Neben der Partnerkarte für die BC 25 gibt es auch eine für die BC 50; sie kostet 127 Euro im Jahr.

Für Jugendliche ist die Bahncard sogar etwas günstiger geworden: Statt der bisherigen Zusatzkarte können junge Leute bis einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag die „Jugend Bahncard 25“ erwerben, die nur einmalig und nicht jährlich zehn Euro kostet.

Teurer wiederum wird es für Paare, bei denen einer von beiden eine Bahncard 100 besitzt, also eine Jahresnetzkarte. Bisher bekam der Partner eine BC 25 kostenlos dazu. Neuerdings muss er oder sie bei Bedarf eine Partnerkarte kaufen. Für das erste Jahr nach der Neuregelung spendiert die Bahn aber auch hier eine kostenlose Karte.

Von der Abschaffung der Zusatzkarten sind laut DB etwa ein Prozent aller 5,4 Millionen Bahncard-Kunden betroffen. Das klingt nach wenig, aber in absoluten Zahlen sind das immerhin mehr als 50 000.

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