Auf der Landesmesse Stuttgart soll eine weitere Halle gebaut werden. Foto: dpa

Der Landesmesse Stuttgart (LMS) fehlen durch die geplante Erweiterung um eine rund 17 .000 Quadratmeter große Halle zwischen 400 und 900 Besucherparkplätze.

Stuttgart - Der Landesmesse Stuttgart (LMS) fehlen durch die geplante Erweiterung um eine rund 17.000 Quadratmeter große Halle zwischen 400 und 900 Besucherparkplätze. Die Inbetriebnahme des neuen Flughafenbahnhofs (Projekt Stuttgart 21), der Ende 2021 vorgesehen ist, würde den Mangel komplett beheben. Diese Zahlen nennt das vorläufige Verkehrsgutachten, das der Messe-Aufsichtsrat am Mittwochabend zur Erweiterung diskutiert hat. Die Messegesellschaft soll Optimierungsmöglichkeiten beim Thema Parken aufzeigen.

Beim Gutachten wird vorausgesetzt, dass die von der Innenstadt kommende Stadtbahnlinie U 6 bis 2016 bis zur Messe verlängert werden kann. „Wir wollen zusammen mit dem Flughafen und dem Gutachter unsere Planung optimieren“, sagte Messe-Geschäftsführer Ulrich Kromer. Das bisherige Straßennetz werde vom Gutachter als „durchaus geeignet“ angesehen, ein durch die zusätzliche Halle ausgelöstes höheres Verkehrsaufkommen zu verkraften. Mit der neuen Halle und einem erweiterten Westeingang will die Messe von 105.000 Quadratmeter überdachter Ausstellungsfläche auf rund 122.000 Quadratmeter wachsen. Kromer zeigt sich zuversichtlich, die Investition in Höhe von 60 Millionen Euro (ohne Parkplätze) „aus der zusätzlichen Wertschöpfung durch die Halle“ erwirtschaften zu können. Kalkuliert worden sei bisher mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent. Eine Bürgschaft von Land und Stadt könnte diesen erheblich herabsetzen.

„Im optimalen Fall könnten wir im Sommer 2016 eröffnen“

Mit dem Neubau auf dem heutigen Parkplatz P 25 fielen 780 Stellplätze weg, gleichzeitig würde durch mehr Ausstellungsfläche mit mehr Ausstellern und Besuchern gerechnet. Die Verlängerung der Stadtbahnlinie kann das offenbar nicht vollständig kompensieren. Um Kosten für neue Stellplätze in einer Hochgarage, unter der Halle oder unter dem Freigelände zu sparen, will Kromer die Geländebelegung überprüfen. „Wir stellen bisher großzügig Flächen zur Verfügung, zum Beispiel für Zelte, in denen Aussteller Verpackungsmaterial lagern“, so der Messechef. Auch die Zahl der Lastwagen-Standplätze könnte überdacht werden. Für absolute Messe-Spitzenzeiten sei auch denkbar, die Beschäftigten von Flughafen und Messe zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel aufzufordern.

Das abschließende Gutachten soll den Gesellschaftern Land und Stadt noch vor der Sommerpause vorliegen. „Im optimalen Fall könnten wir im Sommer 2016 eröffnen, ansonsten streben wir das ebenfalls starke Messejahr 2018 an“, so Kromer. Für die neue Halle samt aufgewertetem Eingang ist ein Namensgeber als Sponsor im Gespräch. „Ein schwäbisches Unternehmen, mehr kann ich dazu nicht sagen“, wehrt Kromer Anfragen ab. Neben dem Neubau muss die Messegesellschaft für das inzwischen fünf Jahre alte Gelände Rücklagen bilden. „Unsere Prognose ist, dass wir bis 2030 rund 60 Millionen Euro ansparen müssen, um Ersatzinvestitionen, zum Beispiel bei der Heizung, vornehmen zu können“, so Kromer. Dass diese Ansparung möglich sei, müsse Stadt und Land im Zusammenhang mit dem Hallenneubau dargestellt werden.

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