HSV-Sportchef Ralf Becker (links) entlässt seinen Trainer Hannes Wolf ziemlich stillos. Foto: dpa

Bei der Entlassung des Trainers Hannes Wolf macht der HSV keine gute Figur. Vor allem der Sportchef Ralf Becker leistet sich eine peinliche Kommunikationspolitik.

Stuttgart - Willkommen in der Fußball-Provinz! Der Hamburger SV ist längst nur noch in verstaubten Chroniken das, was man einen ruhmreichen Fußballclub nennen könnte. Der Abstieg in die zweite Liga war die erste Folge einer erkennbaren Tendenz zu unprofessioneller Vereinsarbeit, der peinlich vergeigte Nicht-Aufstieg der zweite Akt – und für den dritten sorgte der Sportchef Ralf Becker.

Der Club verkündet nun vor dem letzten Saisonspiel gegen Duisburg, dass für den Coach Hannes Wolf nach dieser Partie Schluss ist – auch auf Wunsch des Trainers, der Klarheit wollte. Man hätte mit dieser Nachricht dennoch bis zum Saisonende warten können, aber die Entscheidung war nicht mehr zu halten, denn dieses unwürdige Schauspiel nahm ja erst Fahrt auf durch Beckers Redseligkeit. So sagte der Sportchef dem Trainer bereits nach dem 0:3 gegen Ingolstadt, dass es für ihn beim HSV nicht weitergehen werde. Als dieses Statement öffentlich war, das Kind also schon in den Brunnen gefallen war, fühlte sich Becker falsch zitiert und beharrte auf den Zusatz des Wortes „vielleicht“. Dies war der Höhepunkt eines irren Schlingerkurses: erst wurde Wolf eine Jobgarantie gegeben – dann wieder nicht.

Die Clubchefs sollten auch das Personal hinter den Kulissen unter die Lupe nehmen. Beckers Kommunikationspolitik befindet sich auf Verbandsliga-Niveau – wie offenbar so einiges beim HSV.

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