Quizfrage: Wo haben Männer hier wohl Zutritt? Foto: KNITZ/Decksmann

Kurz vor dem Internationalen Tag der Muttersprache muss der Schwabe KNITZ einige Dinge richtigstellen.

Wenn davon die Rede ist, dass der Schwabe von Haus aus maulfaul sei, hält KNITZ lieber die Klappe. Man kann ihm viel vorwerfen, aber Maulfaulheit nicht unbedingt. Auch ist er, wenn er den Schnabel aufmacht, stets als Schwabe zu identifizieren. Alle Versuche, sich auf Hochdeutsch zu mühen, sind zum Scheitern verurteilt.

 

Was die Maulfaulheit angeht, da scheint es auch bei Mundartvertretern die Ausnahme von der Regel zu geben, oder wie man hierzulande sagt: Es geit sodde ond sodde.

Erwiesen ist allerdings, dass man im Schwäbischen tatsächlich nicht viele Worte machen muss, weil der Dialekt, wie KNITZ findet, oft ausdrucksstärker als das Hochdeutsche ist. Ihm ist das neulich wieder aufgefallen, als es ihn ins Remstal verschlagen hat, genauer nach Winterbach und dort in ein Etablissement namens Strandbar 51.

Auf der Bühne stand eine Formation, die sich Franz Mayer Experience nennt – was jetzt manchen womöglich nichts sagen wird. Anders wird es, wenn KNITZ den Frontmann des Quintetts erwähnt. Das ist kein Geringerer als Alex Köberlein, einst Vorsteher von Bands wie Schwoißfuaß und Grachmusikoff – ein Mann also, der große Verdienste erworben hat, indem er den Dialekt im Rock und Pop salonfähig gemacht hat. Und zwar, anders als etwa Wolle Kriwanek, in einer rauen Spielart, wie man sie im oberschwäbischen Bad Schussenried pflegt.

Zusammen mit den Musikerkollegen Ralf Trouillet (Bass, Gesang), Joo Aiple (Drums), Matze Reimann (Gitarre) und Steff Hengstler (Keyboard) hat Köberlein nicht nur dem Publikum in Winterbach eingeheizt – sondern nebenbei auch die Rockgeschichte ein wenig zurechtgerückt.

Wer bisher etwa im Glauben gelebt hat, „Papa Was a Rollin’ Stone“ sei ein schwarzer Motown-Hit, der wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Die Urversion hieß „Mein Vaddr war n harda Hond“ und hatte ihren Ursprung, wie Köberlein glaubhaft versichern konnte, im deutschen Südwesten. Nämliches gilt „Locomotive Breath“, das oft irrtümlich der britischen Rockband Jethro Tull und dem singenden Querflötisten Ian Anderson zugeschrieben wird. Das Original heißt „Hald dia Dampflok a“. Abgekupfert hat auch der britische Sänger Billy Idol, dessen Aufschrei „Rebel Yell“ als „Rebellion im Stadion“ das Licht der Welt erblickt hat.

Von wegen „She’s Fresh“ – „Schieß Frösch“

„Vor allem amerikanische und englische Besatzungssoldaten nahmen mit, was sie konnten“, liest man auf der Homepage von Franz Mayer Experience – die an jenem Abend in Winterbach auch für einen anderen Landsmann in die Presche sprangen. Jetzt weiß KNITZ: Mit „She’s Fresh“ stürmten Kool and the Gang die Hitparaden, vergaßen aber, darauf zu verweisen, dass der Song aus der Feder des Ex-Tierschau-Mitglieds Ernst Mantel stammt, dessen Version eine andere Zielrichtung hat: „Schieß Frösch.“

So, KNITZ war es ein Anliegen, die Sache vor diesem Mittwoch, 21. Februar, dem Internationalen Tag der Muttersprache, richtigzustellen.

Als KNITZ in der Strandbar 51 die Toilette aufsuchen musste, kam er vor zwei Türen zu stehen. Auf einer stand „bla“. Die andere war von oben bis unten mit Blas vollgeschrieben. KNITZ zögerte kurz – dann ging bei „bla“ rein. Es gibt Orte, an denen auch er sich aufs Wesentliche konzentriert.