Zum 60. Geburtstag Jamie Lee Curtis bleibt nur einer Rolle treu

Von (jom/spot) 

Scream Queen oder The Body: Jamie Lee Curtis hatte schon so manchen Spitznamen in ihrer Karriere Foto: Tinseltown / Shutterstock.com
"Scream Queen" oder "The Body": Jamie Lee Curtis hatte schon so manchen Spitznamen in ihrer Karriere Foto: Tinseltown / Shutterstock.com

Jamie Lee Curtis wurde als Horrorfilm-Star berühmt. Sie wollte sich trotzdem nie in eine Schublade stecken lassen und kann deshalb auf eine wechselvolle Karriere zurückblicken.

Sie war das Gesicht des Horror-Genres Ende der 70er Jahre. 40 Jahre nach ihrem größten Hit feierte Jamie Lee Curtis (60) vor kurzem ihr Comeback in der Fortsetzung des Horror-Klassikers "Halloween". An ihrem 60. Geburtstag am 22. November kann die Schauspielerin auf eine Schauspielkarriere zurückblicken, in die sie hineinstolperte, sich ausprobierte und zurück zu ihren Wurzeln fand.

 

Es war ihr unverhoffter Durchbruch: Sehen Sie hier Jamie Lee Curtis in "Halloween - Die Nacht des Grauens"

Jamie Lee Curtis wurde am 22. November 1958 in Los Angeles geboren. Das Künstlerleben wurde ihr in die Wiege gelegt. Ihr Vater Tony Curtis (1925-2010) machte an der Seite von Marilyn Monroe (1926-1962) Karriere und ihre Mutter Janet Leigh (1927-2004) wurde mit einer einzigen Rolle berühmt: Sie spielte das Mordopfer in der berühmten Duschszene in Hitchcocks "Psycho". Trotzdem ist Jamie Lee Curtis' Kindheit wenig glamourös. "Mein Leben hatte damals überhaupt keine Hollywood-Aura. Ich hatte Eltern, die geschieden waren. Meinen Vater habe ich kaum gesehen. Und deshalb kannte ich ihn auch kaum", erzählte sie im Oktober im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

 

Keine Vorzugsbehandlung

 

Auch ihre Anfänge als Schauspielerin erlebte sie zunächst nicht als eine erfolgreiche Startochter, auf die die Filmwelt gewartet hatte. Nach der High School begann sie ein Studium und merkte schnell, dass sie weiter auf der Suche war - nach dem Sinn und den Zielen, die sie im Leben verfolgen möchte. Die Schauspielerei hatte es ihr angetan und sie probierte sich fortan aus: "Ich habe mich für Rollen beworben, für die ich keinerlei Qualifikation hatte. Und ich wurde auch wieder gefeuert", sagte sie im "FAZ"-Interview. Ein weiterer Rausschmiss bei einem Film hatte sein Gutes. Er besiegelte ihr Schicksal, denn sie konnte sich zum Casting für "Halloween" melden. Regisseur John Carpenter (70) war überzeugt: Er hatte seine "Laurie Strode" gefunden.

 

Sie ist ein Angsthase

 

Der erste Teil der "Halloween"-Reihe erschien 1978 und machte Jamie Lee Curtis mit ihrer ersten Hauptrolle überhaupt zum gefeierten Star des Films. Der kleine Low-Budget-Horrorfilm, der in nur 20 Tagen gedreht wurde, avancierte zum Kassenschlager. Zwei Jahre später besetzte John Carpenter sie auch in "The Fog - Nebel des Grauens". Damit hatte sie ihren Stempel als "Scream Queen" weg und wurde mit Vorliebe für Horrorfilme wie "Prom Night" (1980) oder "Terror Train" (1980) besetzt. Auch wenn ihr die Filme den großen Erfolg brachten, kann die Schauspielerin mit dem Horror-Genre eigentlich gar nichts anfangen. "Ich mag keine Horrorfilme. Ich sage das nicht aus Scherz, ich mag sie wirklich nicht. Es gibt nichts, was ich an Angst mag. Ich bin diese Person, die sich Lieder vorsingt, wenn die Dinge furchterregend sind", verriet sie im Oktober im Interview mit dem "New Musical Express".

 

Beinamen sind nicht ihr Ding

 

Dies ist wohl auch der Grund, warum sie sich bei ihrer Rollenauswahl in den darauffolgenden Jahren für leichtere Kost entschied. In der Komödie "Die Glücksritter" (1983) spielte sie neben Eddie Murphy (57), in der erfolgreichen Krimikomödie "Ein Fisch namens Wanda" (1988) neben John Cleese (79). Die 80er Jahre brachten ihr auch das große Liebesglück: Ihren Ehemann Christopher Guest (70) heiratete Jamie Lee Curtis 1984. Ob ihr Ehemann wohl begeistert war, dass zu dieser Zeit seiner Frau aufgrund ihrer optischen Vorzüge auch noch der Beiname "The Body" verpasst wurde? Jamie Lee Curtis hätte auf jeden Fall darauf verzichten können: "Ich mochte beide Bezeichnungen nicht. Denn das war ich nicht, weder das eine noch das andere. Und diese Art von Rollenmuster wollte ich auch nicht bedienen", sagte sie der "FAZ".

Der große Erfolg in einem populären Film blieb in den nächsten Jahren aus. 1998 erhielt sie dennoch für ihre zahlreichen Filmleistungen einen Stern auf dem "Walk of Fame" - und dachte zu dem Zeitpunkt noch lange nicht ans Aufhören. Sie wechselte doch wieder ins Horror-Fach für "Halloween H20" (1998) und "Halloween: Resurrection" (2002), die Fortsetzungen der "Halloween"-Reihe. 2003 überraschte sie mit Teeniestar Lindsay Lohan (32) in der Komödie "Freaky Friday - Ein voll verrückter Freitag" und wurde für ihre Rolle für einen Saturn, Satellite und Golden Globe Award nominiert. Um die abwechslungsreiche Karriere perfekt zu machen, kamen Ausflüge ins Seriengenre hinzu wie in "Veronica Mars" (2014) oder "Scream Queens" (2016).

 

Zurück zum Anfang

 

In diesem Jahr wagte sie dann den Schritt zurück zu ihren "Halloween"-Anfängen. Noch einmal schlüpfte sie für den fünften Teil des Klassikers in die Rolle der vom Killer gejagten Laurie Strode. Wie es zu dem Comeback kam? Ein Anruf ihres Patensohnes Jake Gyllenhaal (37) genügte. Der Schauspieler vermittelte sie an David Gordon Green (43), mit dem er in "Stronger" selbst zusammengearbeitet hatte und der eine "Halloween"-Fortsetzung des allerersten Films plante. Der große Coup fehlte dem Regisseur noch: die Rückkehr von Jamie Lee Curtis. Am 25. Oktober 2018 war es soweit. Laurie Strode nahm erneut den Kampf gegen Myers auf - dieses Mal besser auf die Bestie vorbereitet als noch vor 40 Jahren.

Lange Karriere, ein gefeiertes Horrorfilm-Comeback - wann gäbe es eine bessere Gelegenheit, die Füße hochzulegen? Genau das hat Jamie Lee Curtis an ihrem 60. Geburtstag vor, wie sie dem Magazin "Notebook" kürzlich verriet. Sie werde alle ihre Social-Media-Accounts ausschalten und "eine dringende Pause einlegen". Ihr Geburtstag fällt außerdem auf Thanksgiving. Die Schauspielerin wird deshalb mit ihrer Familie, darunter auch ihre Kinder Annie (31) und Thomas (22), feiern. Am großen Tag der Dankbarkeit wird sie sich ihr Glück in Erinnerung rufen: "Ich werde dankbar für meine Arbeit sein, aber ich werde vor allem einfach nur dankbar sein, am Leben zu sein."

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