Die Stadt Ludwigsburg wird einen Halt zwischen Westausgang Bahnhof und MHP Arena verhindern. Foto: Zweckverband Stadtbahn

Die Verwaltung konkretisiert den Stadtbahn-Beschluss. Einiges wird nun klarer – doch die Barrierefreiheit und die Trassenführung durch die Stadt bleiben ungelöst.

In der kommenden Woche entscheidet der Gemeinderat Ludwigsburg über das weitere Vorgehen bei der Stadtbahn „Lucie“. Der Beschlussvorschlag wurde inzwischen überarbeitet. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, geht es darin um vier konkrete Punkte.

 
  • Die Stadt hält erst einmal nur an der Reaktivierung der Strecke Markgröningen–Ludwigsburg Bahnhof fest.
  • Alle weiteren Strecken durch Ludwigsburg ruhen für zehn Jahre und werden bis dahin nicht weiterverfolgt. Die Planungen und Ausgaben werden gestoppt. Werden sie wieder aufgenommen, muss ein erneuter Gremienbeschluss gefasst werden.
  • Die Stadt Ludwigsburg bleibt im Zweckverband Stadtbahn, wird sich dort aber auf die ersten zwei Punkte berufen.
  • Die Vertreter der Stadt Ludwigsburg stimmen in der Verbandsversammlung und im Verwaltungsrat des Zweckverbandes Stadtbahn entsprechend der Beschlussziffern eins bis drei ab und bringen dafür die notwendigen Anträge ein.

Was ändert sich im Vergleich zum vorherigen Beschluss?

Zwar war bereits zuvor vorgesehen, dass die Planungen für die Innenstadttrassen ruhen sollen – neu ist nun jedoch die konkrete Frist von zehn Jahren. Nicht mehr Teil des Beschlusses sind die Expressbusse, die in der Zwischenzeit Pattonville mit dem Stuttgarter Stadtbahnnetz in Remseck-Aldingen verbinden sollten. Da das Land diese Busverbindung voraussichtlich nicht fördern würde, zieht die Stadtverwaltung den Vorschlag zurück.

An der Idee alternativer, auch autonomer Mobilitätslösungen will die Stadt jedoch festhalten. Ziel sei unter anderem, die Anbindung an das Blühende Barock und die umliegenden Bereiche attraktiver zu gestalten – etwa durch autonom fahrende Busse. Diese Überlegungen sollen aber nicht länger Teil des Stadtbahnprojekts sein. Stattdessen will die Verwaltung entsprechende Vorschläge unabhängig davon in die zuständigen Gremien einbringen.

Wie soll die Einfahrt in den Bahnhof gelingen?

In der neuen Vorlage betont Oberbürgermeister Matthias Knecht erneut, dass die Stadtbahn in den Bahnhof ein- und ausfahren soll. Dem Wunsch des Zweckverbands, die Bahn vor dem Bahnhof auszufädeln und am Westausgang einen neuen Halt einzurichten, erteilt die Stadt erneut eine Absage.

Als Grund nennt die Verwaltung unter anderem den Bau der zweiten Bahnhofunterführung, der voraussichtlich bis 2035 dauern könnte. Dieser macht laut Darstellung der Stadt den Bau eines Stadtbahnhalts am Westausgang unmöglich.

Die Verantwortlichen um OB Knecht sind sich der Probleme einer Bahnhofseinfahrt bewusst und räumen ein, dass anfangs nur kurze Züge auf einem schmalen, nicht barrierefreien Gleis halten könnten. In Zukunft könnte jedoch ein barrierefreier Halt für längere Züge auf Gleis 7 entstehen, so die Stadt. Wann und wie das umgesetzt werden kann, scheint allerdings noch unklar.

Wo soll die Stadtbahn in ferner Zukunft fahren?

Auch die mögliche, zukünftige Streckenführung bleibt offen: Sollte die Stadt in zehn Jahren die Planungen wieder aufnehmen und eine Verbindung vom Bahnhof nach Pattonville oder Oßweil anstreben, stellt sich die Frage, wo die Bahn überhaupt verlaufen könnte.

Denn in der Stellungnahme der Stadt heißt es deutlich: „Keine Trassen über die Leonberger-, Hindenburg- und Friedrichstraße.“ Damit schließt die Stadt die wichtigsten Achsen in Richtung Osten kategorisch aus. Wie die 2022 beschlossenen Trassen ohne diese Straßen verlaufen sollen, ist bislang völlig unklar.

Nächste Woche wird der Gemeinderat über diesen Beschlussvorschlag abstimmen. Der lässt weiterhin Fragen offen, die Entscheidung ist aus Sicht von Matthias Knecht aber unvermeidbar. „Wir brauchen zwingend vor Beginn der Beratungen zum Haushalt 2026 Anfang Dezember Klarheit über das Stadtbahnprojekt, um die anstehenden Investitionen zur zukunftsfähigen Stadtentwicklung bei dramatischer finanzieller Lage priorisieren zu können.“