Das Deutsche Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen steht vor dem Aus. Foto: Marijan Murat /dpa

Die Stadt schlägt die Rettungsspende für das Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen aus. Das steht jetzt fest. Was passiert mit der wertvollen Sammlung?

Es bleibt dabei: Die finanziell angeschlagene Stadt Leinfelden-Echterdingen, die sich auf ihre Pflichtaufgaben besinnen muss, nimmt die Millionenspende zur Rettung des Deutschen Spielkartenmuseums nicht an. Das hat der Gemeinderat am Dienstagabend bei fünf Gegenstimmen (CDU/SPD) und einer Enthaltung beschlossen. Ähnlich hatte vor zwei Wochen bereits der für Kultur und Finanzen zuständige Ausschuss abgestimmt.

 

Damit steht eine Rarität in der deutschen Museumslandschaft vor dem Aus. Der Vertrag mit dem Land läuft Ende 2026 aus und wird nicht weiter verlängert. Der Antrag der CDU-Fraktion, das Museum in einem neuen Format fortzuführen und die Kündigung beim Landesmuseum zurückzunehmen, wurde abgelehnt.

Unklar blieb an dem Abend, ob es möglicherweise noch ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten – also zwischen dem Land, der Stadt, dem Förderverein und dem privaten Spender – geben wird. Noch steht die Frage im Raum, ob der Lösungsvorschlag des Fördervereins des Spielkartenmuseums angenommen wird. Diesen hatten Ilona Koch und Volker Claus, die an der Spitze des Vereins stehen, noch am Tag der Sitzung an die Fraktionschefs und an die Verwaltungsspitze geschickt. Kann das Land als Institution die Millionenspende zur Rettung des Deutschen Spielkartenmuseums zweckgebunden annehmen? Könnte so das Spielkartenmuseum in Leinfelden-Echterdingen gerettet werden? Diese Frage hat der Förderverein ins Spiel gebracht. Denn der Verein wäre mit der Aufgabe einer Trägerschaft überfordert. Er brauche Partner.

Das Thema Spielkartenmuseum ist noch nicht vom Tisch

Ein Gespräch, an dem alle Beteiligten an einem Tisch sitzen, hat es noch nicht gegeben, räumte Oberbürgermeister Otto Ruppaner am Dienstagabend ein. Wenngleich mit allen – sogar mehrfach – gesprochen worden sei, es also durchaus einen Informationsaustausch gegeben habe. „Vom Land ist keine Bereitschaft da, das Ganze noch mal zu überdenken“, sagte der Rathauschef. Ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten sei aus Sicht des Vereins allerdings nachzuholen. Nur so könnten Lösungsvorschläge aufgezeigt und diskutiert werden, die eine bestmögliche Unterbringung und Präsentation sowie fachliche Betreuung des Deutschen Spielkartenmuseums zum Ziel haben, und die Stadt von der Trägerschaft entlastet. „Wir würden keinen Fehler machen, uns damit im Gemeinderat noch mal zu befassen“, sagte SPD-Fraktionschef Erich Klauser kurz vor der Abstimmung.

Die L. E. Bürger/DiB haben derweil am Rande der Sitzung den Antrag gestellt, dem Förderverein und dem Spender anzubieten, den städtischen Teil der Sammlung, den es zuvor noch zu bewerten gilt, zu einem fairen Preis von der Stadt zu kaufen und den Verein beim Weiterbetrieb der Sammlung zu unterstützen. Über diesen Vorstoß werden die Fraktionen in einer der nächsten Sitzungen sprechen. „Es wäre unwürdig, die Sammlung in der Versenkung verschwinden zu lassen“, sagte Stadträtin Sabine Onayli dazu. „Wir sehen in dem Förderverein das Potenzial ein tragfähiges Konzept zu entwickeln und umzusetzen.“

Leinfelden-Echterdingen: Teilung der Sammlung würde den Wert zerstören

Die Fraktion bekam dabei Unterstützung seitens der Grünen. Unter den neuen Bedingungen „das Gespräch noch mal zu suchen, das wäre ein richtiger Weg“, sagte Stadtrat Martin Klein. Die Grünen hatten bereits im Finanzausschuss den Wunsch geäußert, dass die Karten in der Stadt bleiben. Dass es weiter eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein gebe. Ilona Koch betont derweil gegenüber unserer Zeitung, dass diese Kartensammlung nicht zerrissen, also nicht in den städtischen und dem Teil des Landes aufgesplittet werden dürfe, denn „das würde ihren Wert zerstören“.