Die Denkmalschutzbehörde lehnt eine Boulderhalle im Metropol ab. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Dass die Stadt das Metropol-Gebäude in Stuttgart privatisiert hat, erweist sich als schwerer Fehler, kommentiert unser Autor Uwe Bogen. Nun sollte die Union Investment aus eigenem Interesse rasch eine kulturelle Lösung vorantreiben.

Nein, einen weiteren Traumpalast (so heißen seine Filmtheater in der Region) will Heinz Lochmann nicht in zentraler City-Lage an der Bolzstraße eröffnen, sollte er den Zuschlag von der Union Investment erhalten. „Das Kino wird weiterhin Metropol heißen“, verspricht er. Die Chancen des unkonventionellen Cineasten, im Stuttgarter Filmgeschäft mitzumischen, sind gestiegen, seit unsere Zeitung öffentlich gemacht hat, dass die Denkmalschutzbehörde die Boulderpläne stoppt. „Ich bin Unternehmer, kein Unterlasser“, sagt der 1959 geborene Lochmann. Mit seiner Leidenschaft scheint er der richtige Mann zu sein, um in Kooperationen mit Kulturinitiativen oder mit der Oper etwas Neues in einem Gebäude zu schaffen, das bedeutend in der Vergangenheit war und bedeutend auch für die Zukunft bleiben sollte.

 

Das Metropol war die erste „Chefsache“ von OB Frank Nopper

Der anderthalbjährige Streit ums Metropol macht zweierlei deutlich: Unverständlich ist, warum die Union Investment nicht schon vor der Entscheidung fürs Bouldern Denkmalschützer ausführlichst befragt hat. Angeblich war das Unternehmen „nicht im Blindflug“ unterwegs. Doch genau diesen Eindruck müssen die Kleinanleger gewinnen, da in der langen Hängepartie nicht ein Cent an Einnahmen in die Kasse kam. Zum Zweiten zeigt sich, was für ein großer Fehler es seitens der Stadt war, dieses geschichtsträchtige Gebäude zu privatisieren. Im Besitz der Allgemeinheit wäre dieses unrühmliche Kapitel in der Geschichte einer besonderen Immobilie nicht möglich gewesen.

Das Metropol war die erste „Chefsache“, die OB Frank Nopper für sich erklärt hat. Jetzt scheint er am Ziel. Die Union Investment sollte sich nicht mehr gegen den Mehrheitswillen in der Stadt stellen und das Comeback der Kultur an diesem wichtigen Ort aus eigenem Interesse vorantreiben.