Der Gemeinderat will noch vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss zur Zukunft der immer weiter verfallenden Villa Berg. Foto: Achim Zweygarth

Vertreter von Schulen, Vereinen und Verbänden haben über die Zukunft der Villa Berg diskutiert. Nach den Vorstellungen des Vereins Neues Kommunales Kino Stuttgart soll ein Haus für Film und Medien entstehen.

S-Ost - In der Villa Berg soll nach den Vorstellungen des Vereins Neues Kommunales Kino Stuttgart ein Haus für Film und Medien entstehen. Aber – welche Ansprüche hat so ein Haus zu erfüllen? Wie viele Räume braucht eine solche Einrichtung? Wie verwurzelt kann eine solche Institution mit überregionaler Ausstrahlung im Stadtbezirk Stuttgart-Ost sein? Um mögliche Antworten auf solche Fragen zu finden, hatte der Verein für vergangenen Donnerstag zu einem „Stadtteildialog Haus für Film und Medien“ in die Merz-Akademie im Kulturpark Berg, ganz in der Nähe der Villa Berg, eingeladen. Angeschrieben worden waren rund 300 Multiplikatoren aus dem Stadtbezirk, also beispielsweise Vereinsvorsitzende, Schulleiter und auch Seniorenwohnheime. Rund 50 Vertreter solcher Einrichtungen nahmen die Einladungen an und diskutierten am Donnerstagnachmittag in fünf unterschiedlichen Arbeitsgruppen. Christian Dosch vom Vorstand des Vereins Neues Kommunales Kino war mit der Resonanz sehr zufrieden. Das zeige das große Interesse im Stadtbezirk an der Villa Berg und einem Haus für Film und Medien.

Eine öffentliche Gastronomie soll es geben

Das größte Interesse fand die Arbeitsgruppe „Stadtteil, Kontext und Soziales Umfeld“. Dort formulierten Vertreter unter anderem des Parkheims Berg und des Frauenunternehmens Zora, der Caritas und der Künstlerszene, des Stadtplanungsamtes und des Bezirksbeirats Stuttgart-Ost sowie die Rektoren der Grundschule Gaisburg, Elke Schuster, und der Grund- und Werkrealschule Ostheim, Gerhard Menrad, ihre Ideen und Wünsche für eine solche Einrichtung im Stadtbezirk. Die größte Einigkeit herrschte in dem Wunsch, dass es dort eine öffentliche Gastronomie geben sollte. Zusätzlich formulierten die Teilnehmer die Anforderungen für ihre jeweilige Zielgruppe. So sollte so eine Einrichtung etwas für Junge, für Alte, für Menschen mit Behinderung oder für Menschen mit niedrigem Bildungsniveau bieten. Vereine sollten auch die Möglichkeit bekommen, dort Räume für Veranstaltungen zu mieten.

Das veranlasste den Vertreter des Stadtplanungsamtes zu dem Hinweis, dass ein Haus für Film und Medien kein Stadtteilzentrum ersetzen könne. Ein zu allgemeines Profil führe in die Belanglosigkeit. Er wünschte sich ein schärferes Profil für eine solche Institution, die auch über den Stadtbezirk hinaus ausstrahlen müsse.

Konkrete Vorschläge

In den anderen Arbeitsgruppen wurden zum Teil ganz konkrete Vorschläge gemacht. So forderte die Gruppe „Internationalität, Diversität und Interkultur“, dass die Villa Berg nicht nur eine reale, sondern auch eine virtuelle Adresse sein müsse. Das verlange schon die Lebensrealität vieler junger Menschen heute. Die Gruppe „Pädagogik, Bildung und Vermittlung“ war sich einig, dass ein hoher Bedarf an Medienpädagogik bestehe. Aufgabe eines solchen Haus sei auch die Fortbildung von Lehrern und Eltern. In der Gruppe Film-, Medien- und Kreativwirtschaft wurde die Frage gestellt, ob sich die bereits in Stuttgart-Ost ansässigen Kreativfirmen nicht enger vernetzen und organisieren müssten, um eine stärkere, gemeinsame Stimme zu bekommen. Außerdem herrschte Einigkeit darüber, dass ein Haus für Film und Medien mit einer Art Gründerzentrum für junge Firmen ergänzt werden müsste.

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