So sieht der Siegerentwurf für Wohnbau auf dem Areal der Remstalkellerei Beutelsbach aus. Foto: Blocher Partner

Der Siegerentwurf für Wohnbau auf dem Gelände der Remstalkellerei in Beutelsbach überzeugt die Jury mit Nachhaltigkeit. Doch dessen Umsetzung hängt von einer großen Voraussetzung ab.

Tradition trifft Zukunft – so ist der Siegerentwurf des Investorenauswahlverfahrens überschrieben, das die Stadt Weinstadt mit der Remstalkellerei für deren Gelände in Beutelsbach vorgenommen hatte. Eingereicht hat ihn der Stuttgarter Bauprojektentwickler Phoenix Living zusammen mit dem Architekturbüro Blocher Partners und dem Planungsbüro für Landschaftsarchitektur Planstadt Senner.

 

Rund 164 Wohnungen wären machbar

„Wir verknüpfen die Neustrukturierung dieses Quartiers mit den spezifischen Qualitäten des Ortes und entwickeln daraus ein innovatives und nachhaltiges Wohnquartier mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Wohnformen für alle Lebensphasen“, beschreiben sie ihr Konzept. Konkret ist ein auf zwei Grundstücke – jenes, auf dem sich die Kellerei befindet und jenes, auf dem der Trollingersaal liegt – verteiltes Gesamtquartier mit rund 164 Wohnungen angedacht, das teils im Sinne der Nachhaltigkeit auf den Untergeschossbauten der Kellerei errichtet werden soll. „Auf diese Weise entsteht ein neues bauliches Ensemble, welches als Reminiszenz an den traditionsreichen Standort der Remstalkellerei erinnert und ihn in die Zukunft überführt.“ Ins Auge fallen lange Baukörper für Junges Wohnen und Generationenwohnen, die eine große Freifläche umschließen, den Kellereihof. Dieser soll Platz etwa für Urban Gardening, einen Spielplatz und Seniorensportgeräte bieten.

Laut dem Stadtplanungsamt punktete die Planergruppe bei der Jury mit der Nutzung des Bestands und der offenen Wohnstruktur, die Aufenthaltsqualität schaffe. Zudem hätten sie mit in den Hang gebauten Gebäuden die Geländelage des Trollingerhangs gut gelöst, und sie seien durch nicht zu hohe Neubebauung behutsam mit den Bestandsgebäuden umgegangen. Weitere Pluspunkte sammelte man mit einem Energie- und Mobilitätskonzept und der beabsichtigten Holzbauweise.

Wann könnte ein Baubeginn sein?

Damit setzte sich die Planergruppe um Phoenix Living gegen den Ludwigsburger Bauträger Pflugfelder Immobilien durch. Zu Beginn des Verfahrens hatten sich acht Bauträger und Architekten gemeldet. „Das war keine Entscheidung zu Gunsten eines Bauträger, sondern für ein Konzept“, kommentierte der Baubürgermeister Thomas Deißler im Gemeinderat das Ergebnis das Auswahlverfahrens. Wann es umgesetzt werden könne, sei noch nicht klar. Schließlich könne es nur bei einer Umstrukturierung der Remstalkellerei realisiert werden.