Die Zufahrt an der Paulinenstraße ist für viele Autofahrer ein Schleichweg. Doch ein schwerer Unfall vor einigen Wochen löst eine Diskussion über Gefahren für Fußgänger und Radfahrer aus. Foto: Cedric Rehman

Die Zufahrt an der Paulinenstraße ist eine bequeme Abkürzung für Autofahrer, die nicht an der Ampel warten. Doch ein Unfall im April legt nahe, dass der Schleichweg Gefahren birgt.

Stuttgart - Die SPD-Bezirksbeirätin Jeanette Füess meint, dass sie es auch schon getan habe. Die Zufahrt zu Parkplätzen an der Paulinenstraße ist eine kommode Alternative für Autofahrer, die beim Abbiegen von der Rotebühlstraße nicht an der Ampelanlage warten wollen. „Die Abkürzung zu nehmen ist ja auch nicht verboten“, sagt Füess.

Sie ist dennoch der Meinung, dass die Verwaltung der Wegstrecke künftig mehr Aufmerksamkeit widmen sollte, damit Fußgänger und Fahrradfahrer sie sicherer queren können. „Ich arbeite in der Nähe und habe mir in der Mittagspause angeschaut, wie die Autofahrer in die Zufahrt biegen. Es waren mindestens zehn Autos, die da entlanggefahren sind, die meisten viel zu schnell“, sagt die SPD-Politikerin.

Bezirksbeirat sieht Risiken

Füess ist im Bezirksbeirat Mitte mit der Meinung nicht allein, dass die als Schleichweg genutzte Zufahrt Gefahren für Fußgänger und Fahrradfahrer birgt.

Das Gremium sprach sich bei der jüngsten Sitzung im Rathaus dafür aus, dass die Stadt die Sicherheit von nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmern an der Paulinenstraße verbessern soll. Die Grünen hatten dazu einen Antrag mit in die Sitzung gebracht. Sie verweisen auf einen Verkehrsunfall vor einigen Wochen an der Zufahrt. Ein Autofahrer war Ende April am frühen Nachmittag in die Zufahrt gebogen. Er streifte laut Polizei dabei eine Fahrradfahrerin. Sie war gerade dabei, die Paulinenstraße zu queren. Die Frau stürzte, nachdem das Auto sie berührt hat und zog sich schwere Verletzungen zu. Der Autofahrer beging Fahrerflucht.

Autos sollen Fuß vom Gas nehmen

Wolfgang Kaemmer von den Grünen im Bezirksbeirat sprach bei der Sitzung davon, dass die zur Rotebühl- und zur Paulinenstraße offene Zufahrt dazu verleite, die Ampel zu umgehen. Für Fußgänger kämen die Autos, die rasch um die Kurve biegen, allerdings oft überraschend. „So entstehen leicht gefährliche Situationen“, sagte Kaemmer. Die Grünen schlugen in ihrem Antrag an den Bezirksbeirat vor, durch bauliche Veränderungen den Winkel beim Abbiegen für Autos künftig spitzer zu gestalten. Die Autofahrer müssten dann die Geschwindigkeit reduzieren und würden Fußgänger beim Abbremsen stärker in den Blick nehmen, heißt es in dem Antrag.

Eine andere Möglichkeit könne laut Antrag der Grünen auch ein erhöhter Bordstein sein, um schnelles Einbiegen zu verhindern. Die Abzweigung rot zu markieren wird darin ebenfalls vorgeschlagen. Jeannette Füess von der SPD setzt auf ein Tempolimit. Es soll Autofahrer dazu anhalten, künftig weniger schnell in die Zufahrt einzubiegen. „Das müsste dann aber auch kontrolliert werden“, meint sie.

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