Laut einer vom Mieterbund und der Bauwirtschaft beauftragten Studie fehlen hierzulande eine Million Wohnungen. Nicht nur in gefragten Städten wie Berlin, München und Stuttgart, sondern auch in der Provinz wird Wohnen für viele unbezahlbar.

Stuttgart - Das Umziehen ist das Problem. Familienvater Holger M. lebt seit Jahren in Berlin. Sollte ihn seine Firma in die Hauptverwaltung nach München holen, sagt er mit vollem Ernst, „dann kündige ich. Dort kann ich mir die Mieten mit Kindern nicht leisten.“ Der leitende Angestellte Oliver M. ist von Hamburg nach Stuttgart gezogen, er ist hohe Mieten gewöhnt: „In den guten Lagen Hamburgs wie Eppendorf oder Eimsbüttel stehen bei Wohnungsbesichtigungen 40 bis 50 Leute vor der Tür. Mit ausgefeilten Bewerbungsmappen.“ Und die Bewerber blätterten bis zu 2000 Euro Miete hin. „Hier in Stuttgart gibt es auch satte Preise“, sagt Oliver M. Zwar habe er „ein Schnäppchen“ erwischt – 500 Euro für 30 Quadratmeter: „Aber wenn ich meine Familie nachholen will, wird es teuer: 1600 bis 1800 Euro Miete muss ich einkalkulieren.“

Stuttgart gehört zu den am stärksten betroffenen Großstädten

In Deutschland ist der Wohnraum knapp und wird für viele Schichten unbezahlbar. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag beim neunten Wohnbau-Tag in Berlin vorgestellten Studie von sieben Verbänden, die das Interesse an mehr Wohnraum eint: Dazu gehören der Deutsche Mieterbund, die Gewerkschaft IG Bau sowie Verbände des Baugewerbes und der Wohnungs- und Immobilienunternehmer.

Die von der Prognos AG durchgeführte Studie hat den Wohnraumbedarf des Landes analysiert und die regionalen Wohnungsmärkte analysiert. Ein Ergebnis vorweg: Der Wohnungsmangel – errechnet an Wohnungsangebot und Haushaltszahlen – betrifft vor allem die Großstädte. Sie werden die Top-7-Städte genannt, wozu Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart zählen.

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