Kurz vor Mönsheim wird schon gebaut. Zu groß und zu teuer, wie der Gemeinderat befindet. Foto: Simon Granville

Der schon laufende Ausbau der Kreisstraße nach Flacht soll weniger breit werden als geplant. Findet diese Forderung noch Gehör?

Sozusagen „fünf vor 12“ will die Gemeinde Mönsheim die Pläne beim umstrittenen Ausbau der Kreisstraße zwischen Mönsheim und Flacht ändern. Die Kommune, auf deren Gemarkung sich die Straße bis kurz vor der Grenze zum Kreis Böblingen und vor der Süd-Einmündung in das Entwicklungszentrum Weissach des Autobauers Porsche befindet, fordert, dass der Enzkreis seine Ausbaupläne noch einmal überdenkt und diese in einem vereinfachten Verfahren neu ansetzt. Die ursprünglich fünf Meter breite Straße soll nicht – wie es derzeit schon geschieht – auf sieben Meter Breite, sondern nur auf sechs Meter gebaut werden. Kommt dieser Einwand zu spät?

 

Eigentlich ist es auf der von manchen Porschestraße genannten K 4569 im Enzkreis und der K 1017 im Kreis Böblingen schon später als fünf vor 12. Seit fast einem Jahr rollen dort bereits Bagger und Lastwagen, tragen Gelände ab und bereiten die neue 2,1 Kilometer lange Trasse, davon 300 Meter auf Weissacher Gemarkung, vor. Die Bauarbeiten sind erkennbar vorangeschritten, wie bei einem Ortstermin vor einigen Wochen deutlich wurde. Nach langen rechtlichen Auseinandersetzungen ist der sogenannte Planfeststellungsbeschluss für das Projekt rechtskräftig. Allerdings gibt es noch Klagen von Grundstückseigentümern gegen die zwangsweise Abgabe von Flächen für die künftig breitere Straße.

Radweg wurde ohne Rücksprache mit der Gemeinde asphaltiert

Nun versucht die Unabhängige Bürgerliste Mönsheim (UBLM) mit ihrem Antrag auf ein Planänderungsverfahren den Stein in Sachen Ausbau der Kreisstraße noch einmal ins Rollen zu bringen: Und das Gremium stimmte fast vollzählig zu. Als Gründe dafür nannte Gemeinderatsmitglied Wolfgang Janzen (UBLM) zum einen die finanziell angespannte Situation des Enzkreises. „Wir gehen davon aus, dass es bei einem geringeren Ausbau Einsparpotenziale gibt“, so Janzen. Für das ganze Projekt werden Kosten von acht Millionen Euro angesetzt, allerdings erhält der Enzkreis Zuschüsse vom Land in Höhe von 3,4 Millionen Euro.

Der zweite Grund, den die Gemeinderäte anführen, ist der Ausbau des ohnehin höchst umstrittenen „Lückenschlusses“ eines Radwegs, der die Landesstraße L1134 mit der K 4569, also der Porschestraße, verbindet. Entgegen den festgesetzten Plänen wurde dieser auf der gesamten Länge asphaltiert und nicht, wie vorgesehen, teilweise als versickerungsfähiger Schotterweg ausgeführt. Durch diese Mehr-Versiegelung werde mehr Niederschlagswasser in den tieferliegenden Stauraum-Kanal geführt, der deshalb neu berechnet und größer ausgebaut werden müsse. Allerdings, so der Vorschlag, mit dem sich jetzt die Gemeinde Mönsheim an das Landratsamt und das Regierungspräsidium Karlsruhe wendet, könne durch einen weniger breiten Ausbau der Kreisstraße diese Mehrversiegelung des Radwegs kompensiert werden.

Abstimmung mit dem RP Karlsruhe zum Thema Radweg

Auf Anfrage unserer Zeitung zum Grund der zusätzlichen Asphaltierung des Radwegs teilte das Landratsamt mit, dass die Entscheidung dazu „ad hoc vor Ort getroffen“ worden sei, nachdem bei der Ertüchtigung des Wirtschaftsweges festgestellt wurde, dass der vorhandene Aufbau völlig unzureichend gewesen sei.

„Unter einer geringen Schotterschicht wurde nur stark bindiger Boden vorgefunden“, erklärt die Kreisverwaltung. „Um den Eingriff unter ökologischen Gesichtspunkten so gering wie möglich zu halten, wurde der Hocheinbau durchgeführt“, so die Behörde. Derzeit stimme man sich mit der Planfeststellungsbehörde, also dem Regierungspräsidium in Karlsruhe, darüber ab, unter welchen Voraussetzungen diese Anpassung möglich sei und auch belassen werden könne.

Vielleicht lässt sich über die Kosten noch was ändern?

Im Gemeinderat Mönsheim war man sich einig, dass es schwierig ist, „Dinge die schon fast erledigt sind, nochmal auf den Kopf zu stellen“, wie es Joachim Baumgärtner (UBLM) formulierte. Dennoch will man es nicht unversucht lassen. „Über den Kostendruck gibt es vielleicht noch eine Änderung“, meinte Stephan Damm (FWG). „Die Gemeindeverwaltung wurde auch nicht darüber informiert, dass der Radweg komplett asphaltiert wurde“, ärgerte sich Baumgärtner. Das Landratsamt solle jetzt Stellung dazu nehmen, wie das ausgeglichen werden kann. Am besten eben, so die Meinung des Mönsheimer Gemeinderats, durch eine schmalere Straße.