Das vorläufige Insolenzverfahren des Murrer Unternehmens läuft bis Ende April. Foto:  

Die Firma mit 160 fest Angestellten und einem Produktionswerk in Freiberg am Neckar braucht einen Investor. Das Unternehmen fertigt unter anderem für Porsche und Audi.

Murr - Im Geschäftsbericht des Unternehmens UBC aus Murr vom Mai des vorigen Jahres war von einer „Liquiditätslücke“ die Rede, die im zweiten Halbjahr „den Fortbestand der Gesellschaft gefährden kann“. Aus dem damaligen Konjunktiv wurde jetzt Realität: Der Autozulieferer mit einem weiteren Werk in Freiberg am Neckar hat am 9. Februar einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Der vom Amtsgericht Heilbronn bestellte Insolvenzverwalter Holger Leichtle hat sich bereits ein Bild von der Situation des Unternehmens gemacht. Er ist Fachanwalt für Insolvenzrecht in der Kanzlei Schultze & Braun mit Hauptsitz in Achern und Niederlassung in Stuttgart.

UBC wurde 1993 gegründet und stellt Kohlefaserteile und -baugruppen in Serienfertigung für Großkunden wie Porsche und Audi her. Ebenso fertigt das Unternehmen für den Motor-Rennsport, in dem Kunden aus den „Rennserien der GT-Klasse, im Tourenwagen- und Rallyesport, aber auch „in der Königsklasse Formel 1“ beliefert würden, wie auf der Webseite beworben wird. Auch im Bereich Luftfahrt ist UBC demzufolge seit 2013 mit „unbemannten Helikopterdrohnen“ tätig.

Drei Millionen Verlust

Neben dem Stammsitz in Murr fertigt das Unternehmen in Freiberg. Im Jahr 2015 wurden dort 2000 Quadratmeter Produktionsfläche in Betrieb genommen. UBC beschäftige neben rund 160 festen Angestellten auch etwa 60 Leiharbeiter, sagt Ingo Schorlemmer, der Sprecher der Kanzlei Schultze & Braun. Der Umsatz habe sich laut dem Geschäftsbericht von 24,8 Millionen Euro im Jahr 2015 zwar auf 27,5 im Jahr 2016 erhöht. Allerdings sei 2016 „ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 1,4 Millionen Euro erzielt“ worden. Das liege laut Geschäftsbericht „an Sondereffekten, die im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Serienfertigung und Personalanpassungen angefallen sind“. Für 2015 und 2016 zusammen belaufen sich die Verluste auf rund drei Millionen Euro. In den letzten Jahren gab es auch einen regen Wechsel in der Geschäftsführung.

Ingo Schorlemmer: „Der Geschäftsbetrieb läuft normal weiter, damit man sich in Ruhe auf die Suche nach einem Investor machen kann.“ Das vorläufige Insolenzverfahren läuft bis Ende April. „Zum Beginn des Monats Mai wird das Amtsgericht die Entscheidung treffen“, sagt Schorlemmer. Dann müsse mit Hilfe von Investoren saniert oder der Betrieb geschlossen werden. Die 160 festen Mitarbeiter erhalten bis dahin Insolvenzausfallgeld.

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