Der Umbau und die Erweiterung der Echterdinger Zeppelinschule hat begonnen. Wie kommen die Grundschüler und Lehrer damit zurecht?
Mickey-Mouse-Ohren: So wird an der Echterdinger Zeppelinschule der Gehörschutz in Kindergröße genannt. Aus hygienischen Gründen hat Daniel Ilic, der Rektor der Schule, so viele Mickey-Mouse-Ohren angeschafft, dass jede Schülerin und jeder Schüler eigene hat. Die Mädchen und Jungen können sich diesen Schutz immer dann über ihre Ohren stülpen, wenn sie konzentriert arbeiten sollen und die Lehrerin gleichzeitig die Fenster öffnet, um frischen Sauerstoff in das Klassenzimmer zu lassen. „So können die Kinder während des Stoßlüftens in Ruhe weiterarbeiten“, erklärt der Rektor unserer Zeitung. Der Gehörschutz helfe zum einen gegen den Krach startender und landender Flugzeuge. Und: „Es gibt hier eine Baustelle, und wenn gebaut wird, ist es auch mal laut“, sagt er. Er sagt aber auch: „Wenn die Fenster zu sind, kann man ganz normal arbeiten, wie sonst auch.“
Mit Beginn des Schuljahres hat die umfassende Erneuerung und Erweiterung der Echterdinger Grundschule begonnen. Dort, wo die bisherige Turnhalle stand, wird ein Neubau mit neuer Halle im Untergeschoss sowie Klassenräumen in den Geschossen darüber gebaut. Die Mensa wird vergrößert. Das alte und das neue Gebäude werden mit einer Brücke verbunden.
Neubau soll bis Ende 2024 fertig sein
Die Arbeiten sollen bis zum Jahr 2026 dauern. Stand jetzt ist geplant, dass die Klassen an Weihnachten in zwei Jahren in den Neubau umziehen. Im Anschluss soll das Bestandsgebäude saniert werden. „Wenn alles nach Plan läuft, ist der Neubau bis Ende 2024 fertiggestellt“, informiert Baubürgermeister Benjamin Dihm. Aufgrund der aktuellen Material- und Kapazitätsengpässe müsse jedoch mit Verschiebungen und Verzögerungen gerechnet werden.
„Die alte Turnhalle wurde bereits vollständig abgebrochen“, schreibt Dihm in einer Mail. Die Schule habe einen Interimspausenhof und neue Zugänge erhalten. Bauarbeiter haben damit begonnen, die Baugrube vorzubereiten, Erde abzutragen. Eine riesige Bohrmaschine und mehrere Bagger stehen auf dem Gelände. Bohrpfähle aus Beton werden erstellt, um ein Abrutschen von Erde und der angrenzenden Straßen in die Grube zu verhindern. „Diese Bohrungen sind mit die lärmintensivsten Leistungen dieser Bauphase“, betont Dihm. Mit dem Rohbau des Neubaus soll voraussichtlich Anfang 2023 begonnen werden. Prinzipiell sei bei Baumaßnahmen dieser Größenordnung immer wieder mit lauten Arbeiten zu rechnen. Eine Verschiebung dieser Arbeiten ausschließlich in die Ferienzeit sei nicht möglich. „Wir versuchen diese Maßnahmen aber soweit wie möglich zu begrenzen“, schreibt der Bürgermeister.
Freude über neuen Pausenhof
Der Schulbetrieb läuft trotz Baustelle weiter. „Es ist immer wieder laut, das nervt alle“, räumt Rektor Ilic ein. Er sagt aber auch: „Wir gehen mit der Baustelle insgesamt sehr positiv um. Denn wir freuen uns auch auf den Neubau.“ Die Schülerinnen und Schüler hätten sich auch über ihren neuen Pausenhof, der am Zeppelinweg entstanden ist, total gefreut. Die Lehrerinnen und Lehrer stünden auch oft mit ihrer Klasse am Fenster, wenn draußen etwas Spannendes passiert. Ilic hat sich vorgenommen, gemeinsam mit den Kindern die Bauzäune zu gestalten.
Zurück zu den Mickey-Mouse-Ohren: Die Kinder müssen ihren Gehörschutz nicht aufsetzen. Wer damit nicht zurecht kommt, wird nicht aufgefordert, ihn anzuziehen. Die Schülerinnen und Schüler tragen ihn auch nicht dauerhaft im Unterricht, sonst könnten sie ihre Lehrerin oder ihren Lehrer ja nicht mehr hören.