Ende September soll das dritte Gebäude von Züblin am Unternehmersitz in Möhringen bezugsfertig sein. Foto: Rüdiger Ott

Der Baukonzern Züblin hat Richtfest an der Zentrale in Möhringen gefeiert. Schon gibt es Pläne für zwei weitere Neubauten, die Platz für 500 bis 600 neue Mitarbeiter bieten sollen.

Stuttgart-Möhringen - Nach dem Richtfest ist vor dem Richtfest. So sieht man das in der Möhringer Konzernzentrale von Züblin. Am vergangenen Dienstag segneten die Zimmerleute den Rohbau für die Z3 genannte Erweiterung, in der künftig bis zu 230 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz finden werden. Derzeit arbeiten in Möhringen etwa 1100 Ingenieure, Tunnelbauer, Umwelttechniker und Projektentwickler für den Konzern. Sie verteilen sich auf die beiden Z1 und Z zwo genannten Gebäude. Und mit der Erweiterung wird sich die Zahl der Arbeiter am Stammsitz auf mehr als 1300 erhöhen. Voraussichtlich im Oktober dieses Jahres soll der Bau bezugsfertig sein.

Derweil gibt es bereits konkrete Überlegungen, auch darüber hinaus am Albstadtweg zu wachsen. „Städtebaulich geplant gibt es bereits ein Z4 und ein Z5“, sagt der Sprecher Andreas Offele. Die beiden Gebäude würden Platz für weitere 500 bis 600 Mitarbeiter bieten und auf der östlichen Freifläche in Richtung des Lautlinger Wegs entstehen. In den nächsten fünf bis zehn Jahren könnten diese Projekte angegangen werden. „Wir wollen diesen Standort weiter entwickeln“, sagt Offele. „Es gibt immer noch Abteilungen, die in Stuttgart verstreut sind. Diese sollen mittelfristig ebenfalls hier angesiedelt werden.“

6200 Kubikmeter Beton und 1050 Tonnen Stahl wurden verbaut

Die Planungen für Z4 und Z5 waren Teil des Architektenwettbewerbs für den aktuellen Erweiterungsbau, aus dem im September 2010 das Wiener Büro MHM als Sieger hervorging. Ausdrücklich wurde damals von der Jury, zu der auch der Stuttgarter Baubürgermeister Matthias Hahn gehörte, das „stringente städtebauliche Konzept“ gelobt.

Seitdem hat Züblin aufs Tempo gedrückt. Bereits im Februar 2011 wurde mit den Detailplanungen begonnen. Baubeginn war im August. Nun steht der Rohbau. Insgesamt wurden dafür rund 6200 Kubikmeter Beton und 1050 Tonnen Stahl verbaut. Ende April soll die Fassade aus Holz und Glas fertig sein, Ende September das gesamte Gebäude.

Zupass kam dem Bauherrn, dass er sich naturgemäß mit Bausachen auskennt. Alle Arbeiten wurden intern vergeben. „Es gibt keinen Schriftverkehr, der Bauauftrag erfolgte per Handschlag“, sagt der technische Direktionsleiter Ulrich Rudolph. „Das ist ein absolutes Novum.“ Wenn für den Innenausbau die Schreiner, Bodenleger und Elektriker anrücken, werden aber die üblichen Aufträge vergeben.

Gebäude verbraucht weniger Energie als es selbst produziert

Beim Design des mit rund 18 Millionen Euro veranschlagten fünfstöckigen Neubaus zeigte sich der Baukonzern innovativ. Ein schlichtes Bürohaus sollte es nicht sein. Schließlich steht gleich nebenan das inzwischen denkmalgeschützte Züblin-Haus aus rötlich eingefärbtem Beton, in dessen Innenhof schon mal Konzerte und Modenschauen abgehalten werden. Neben dem Gebäude aus den 80er-Jahren wurde 2002 das silberne und geschwungene Z zwo gestellt.

Das Z3 soll nun von außen durch seine Holzfassade und großzügige Verglasung bestechen. Es ist als Null-Energie-Haus ausgelegt. Das heißt, es verbraucht weniger Energie als es selbst produziert. So wird etwa die Abwärme des Rechenzentrums im Erdgeschoss dazu genutzt, um im Winter zu heizen. Auf dem Dach wird das Sonnenlicht eingefangen und über Glasfaserkabel in das Treppenhaus geleitet. Wie vom Gemeinderat vor zwei Jahren gewünscht, ist der Grundriss zudem so ausgelegt, dass die Luftströme zwischen Filderebene und dem Talkessel nicht beeinträchtigt werden.

Die rund 230 Beschäftigten, deren Arbeitsplätze nun nach Möhringen verlegt werden sollen, waren erst vor vier Jahren ausgelagert worden. Es war zu eng in der Zentrale geworden.

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