Nachkolorierte Aufnahme der Explosion der ersten Atombombe am 16. Juli 1945 im US-Bundesstaat New Mexico. Foto: Wikipedia commons/Jack W. Aeby

Seit dem 16. Juli 1945 ist die Welt eine andere. Heute vor 75 Jahren explodierte in der Wüste von New Mexico die erste Atombombe. Drei Wochen später verbrannten Hiroshima und Nagasaki im nuklearen Feuersturm.

Alamogordo - Vor 75 Jahren, am 16. Juli 1945, 5:29:45 Uhr Ortszeit, begann mit dem Trinity-Test das Zeitalter der Atomwaffen. In der Wüste des amerikanischen Bundesstaates New Mexico, auf dem weiträumig abgesperrten Gelände von Alamogordo, zündeten die Amerikaner die erste Atombombe. Trinity (englisch für Trinität – Dreifaltigkeit) war der Codename des US-Militärs für diese erste jemals erfolgte Kernwaffenexplosion. Der Codename der Waffe war The Gadget („Das Gerät“).

Bis zur letzten Sekunde konnte niemand wissen, ob alle Berechnungen stimmten, ob das Ganze in einer lächerlichen Fehlzündung, oder in einer gigantischen Weltkatastrophe enden würde. 1945, nach Hiroshima und Nagasaki, bekannte der amerikanische Präsident Harry Truman: „Wir haben zwei Milliarden Dollar für das größte wissenschaftliche Spiel in der Geschichte gewagt, und wir haben gewonnen.“

Manhattan Project

Unter dem Decknamen „Manhattan Project“ forcierten die USA in den 1940er Jahren die geheime Entwicklung einer eigenen nuklearen Bombe. Damit wollten die Amerikaner Nazi-Deutschland zuvorkommen und den Zweiten Weltkrieg so rasch wie möglich siegreich beenden. Den Beschluss zum Bau der Bombe fasste Präsident Franklin D. Roosevelt im Dezember 1941. Damit kam das Waffenprojekt richtig in Gang.

Wichtige Vorleistungen waren bereits an der Columbia University im New Yorker Stadtteil Manhattan und anderswo erbracht worden. Im November 1942 wurde das Zentrum der Forschungen nach Los Alamos im US-Wüstenstaat New Mexico verlegt, wo Tausende Wissenschaftler und Techniker arbeiteten. Militärischer Chef war General Leslie R. Groves. Als „Vater der Atombombe“ gilt J. Robert Oppenheimer, Physiker und Forschungsdirektor von Los Alamos.

Hiroshima und Nagasaki

Die erste Testbombe explodierte am 16. Juli auf einem stählernen Turm in der Wüste. Drei Wochen danach warfen US-Flugzeuge Bomben auf japanische Städte – „Little Boy“ am 6. August 1945 auf Hiroshima und „Fat Man“ am 9. August 1945 auf Nagasaki. Unter dem Eindruck der Zerstörungen distanzierte sich Oppenheimer von Atomwaffen.

Theoretische Grundlagen hatte Albert Einstein Jahrzehnte vorher gelegt. Er empfahl 1941 den Bau der Waffe, nahm aber an den Arbeiten nicht teil und sagte später, seine Empfehlung sei ein „großer Fehler seines Lebens“ gewesen.

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