Mit Decke, Wärmflasche und Tee lässt sich der Winter gemütlich aushalten. Foto: Shutterstock/Okrasiuk

Die kalte Jahreszeit bringt frostige Temperaturen mit sich, und damit auch die Herausforderung, den Körper warm zu halten. Während draußen der Wind pfeift, gibt es bewährte Tipps, die für wohlige Wärme sorgen. Von der richtigen Kleiderschichtung bis hin zu wohltuenden Heißgetränken.

Kalte Hände, klappernde Zähne und das Gefühl, dass selbst der Alltag einfriert – sobald der Winter Einzug hält, wird das Leben schnell zur frostigen Herausforderung. Damit man höchstens vor wichtigen Entscheidungen kalte Füße bekommt und nicht beim Warten auf die Bahn, lohnt sich ein Blick auf bewährte und kreative Wärmetricks. Von kleinen Alltagshelfern bis zu cleveren Routinen: So lässt sich die Kälte austricksen, bevor sie sich zu sehr breitmacht.

Tipp 1: Wärmende Lebensmittel

Bestimmte Gewürze können einem ordentlich einheizen. Optimal dafür ist Ingwer. Die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle und Scharfstoffe sorgen für ein wohlig warmes Gefühl. Mit einem leckeren Honig-Ingwer-Tee kann man sich nicht nur aufwärmen, sondern zusätzlich die Abwehrkräfte stärken. Auch ein Gewürztrunk mit Kurkuma, Pfeffer, Zimt und Kardamom bringt den Körper auf Temperatur.

Wem Getränke nicht genug sind, kann zusätzlich bei Mahlzeiten nachhelfen. Auch hier bekämpfen scharfe Gewürze das Kältegefühl. Chili, Currypulver, Pfefferonen – in einer Gemüsepfanne zubereitet, wird das Gericht zu einem Wärmebooster.

Laut traditioneller chinesischer Medizin (TCM) gibt es eine Reihe weiterer Lebensmittel, denen eine wärmende Eigenschaft zugesprochen wird. Dazu zählen: rotes Fleisch, Kürbis, Rote Bete, Granatapfel oder Forelle. Was man hingegen aufgrund der kühlenden Eigenschaften vermeiden sollte, sind Südfrüchte wie Bananen oder Kiwis, Milchprodukte oder Rohkost.

Tipp 2: Zwiebelprinzip anwenden

Das Thema Essen ist noch nicht ganz abgeschlossen – wenn auch nur durch die Bezeichnung. Das Zwiebelprinzip folgt seinem kulinarischem Namensgeber und sagt: Mehrere Schichten Kleidung sind besser als ein dicker Pullover. Trägt man also ein Unterhemd, T-Shirt und einen mittelwarmen Pullover entsteht in den Schichten Wärme, die besser gespeichert wird. Außerdem hat man den Vorteil, flexibler auf Temperaturunterschiede im Laufe des Tages zu reagieren.

Tipp 3: Naturmaterialien halten besonders warm

Die richtige Winterkleidung ist das A und O. Besonders empfehlenswert sind Naturmaterialien wie Daunen, Wolle oder Schaffell. Durch ihre Atmungsaktivität gelangt zwar Feuchtigkeit nach außen, nicht aber die Körperwärme. Das beugt übermäßiges Schwitzen vor – ein entscheidender Faktor für das Kälteempfinden, da sich nasse Haut deutlich kälter anfühlt.

Tipp 4: Saunagänge stärken das Immunsystem

Beim Saunagang kann man sich ein warmes Plätzchen sichern und kommt ordentlich ins Schwitzen. Aber nicht nur währenddessen, auch danach ist der Körper für mindestens zwölf Stunden aktiver als üblich. Durch das Ankurbeln des Stoffwechsels, Blutkreislaufs und der Verdauung hat der Körper zu tun, was Wärme produziert und von innen wärmt.

Tipp 5: Massagen regen die Blutzirkulation an

Besonders gut geeignet ist dieser Tipp für Paare. Für alle, die keine Person für eine wärmende Massage zur Hand haben, empfiehlt sich der Gang in den Massagesalon. Für das Aufwärmen des Körpers ist die Blutzirkulation entscheidend. Wichtig dabei ist auch das richtige Massageöl. Bestimmte Öle sind besonders beliebt, da sie die Durchblutung fördern. Darunter zählen Rosmarin-, Latschenkiefer- und Ingweröl.

Tipp 6: Warmes Fußbad

Wenn Sauna und Massage keine Option sind, gibt es noch eine schlichte und schnell anwendbare Alternative für zuhause. Das warme Fußbad ist ideal, um kalte Füße zu bekämpfen. Am besten wirkt hier eine Temperatur von 35 Grad Celsius bei einer Dauer von 15 Minuten. Auch hier kann man mit wärmenden Ölen wie Eukalyptus oder Rosmarin nachhelfen.

Möchte man sich nachhaltig gegen Kälte abhärten, empfiehlt sich auch ein Wechselbad. Nicht der Gefühle, sondern der Temperaturen in den Gefäßen. Eines mit 15 Grad kaltem Wasser, das andere mit 35 Grad. Zum Ablauf: Die Füße zwei Minuten lang im warmen Wasser behalten und anschließend 20 Sekunden lang in das kalte Wasser tauchen. Diese Prozedur drei- bis viermal wiederholen und anschließend die Füße in dicke Socken einpacken.

Tipp 7: Wechselduschen zur Abhärtung

Zugegeben, mit diesem Tipp muss man erstmal warm werden. Hat man die Gewöhnungsphase aber erst überschritten, kann man sich einen Duschgang ohne die kreislauffördernde Wirkung gar nicht mehr vorstellen. Hinzu kommt, dass man so sein Kälteempfinden trainiert und es nach unten schrauben kann.

Tipp 8: Bewegung an der frischen Luft

Wenn einem kalt ist, liegt der Gedanke nicht besonders nahe, nach draußen zu gehen. Allerdings regt die Bewegung die Durchblutung an, wodurch das Kältegefühl schnell nachlässt. Auch hier setzt erneut der Effekt ein, dass durch den regelmäßigen Wechsel vom Warmen ins Kalte das Immunsystem gestärkt wird.

Wer der Bewegung im Freien die kalte Schulter zeigt, kann sich auch zuhause körperlich betätigen, um seinen Körper einzuheizen. Yoga, Pilates oder einfache Sportübungen wie Jumping Jacks oder Kniebeugen sind hier die Stichwörter.

Tipp 9: Wärmende Utensilien für zuhause

Nierenwärmer: Normalerweise für Motorradfahrer gedacht, aber auch effektiv für jeden, der friert. Sie schützen den kompletten Unterleib vor Kälte und können unter der Kleidung getragen werden.

Wärmepflaster: Auch Wärmepflaster sind eigentlich für etwas anderes gedacht: Rückenschmerzen. Auch nicht direkt auf der Haut aufgetragen hält die heiße Schicht wohlig warm.

Wärmflasche: Sie dürfen in keinem Haushalt fehlen und sind die erste Adresse, wenn man friert. Allerdings ist es wichtig, kein kochendes Wasser zu verwenden, da es sonst zu Verbrennungen kommen kann. Alternativ kann man auch Kirschkernkissen verwenden, die man vorher kurz im Ofen erwärmt hat.

Tipp 10: Lachen

In so vielerlei Hinsicht ist Lachen ein positiver Aspekt des Lebens. Aber dass es auch gegen Kälte hilft, klingt fast wie ein Mythos. Doch weit gefehlt. Denn: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die lächeln, Kälte doppelt so lange aushalten, wie griesgrämig dreinblickende Personen. Erklärung hierfür ist, dass Glückshormone ausgeschüttet werden, die Kälte- und Schmerzempfinden lindern.

Ob nun durch wärmende Rituale, kleine Alltagskniffe oder kräftige Abhärtung – viele Wege führen aus der frostigen Kälte. Wer sich clever für die kalten Tage wappnet, kann möglicherweise doch noch warm werden mit der kalten Jahreszeit.