Gesprächsbereit: Marcel Möller mit zwei seiner Sammlerstücke Foto: Bernd Zeyer

Marcel Möller aus Zazenhausen sammelt Mobiltelefone. Momentan besitzt er 524 Stück, die Sammlung wächst weiter.

Zazenhausen - Wenn Marcel Möller an die Wände seiner Zazenhäuser Dachgeschosswohnung schaut, dann blickt er auf blitzende Displays und Tasten in allen Größen und Formen. Wo andere Leute Bilder aufhängen, da haben Hunderte von Handys ihren Platz gefunden. Die Regale für die Mobiltelefone hat der 28-Jährige selbst gebastelt. „Momentan besitze ich exakt 524 Stück“, sagt Möller. Das wird sich in den kommenden Tagen freilich ändern. Auf dem Postweg sind bereits neue Sammlerstücke unterwegs.

1998 begann die Sammelleidenschaft

Angefangen hat alles 1998. Damals bekam der 15-jährige Marcel von seinem Onkel dessen altes Panasonic-Mobiltelefon geschenkt. Das war ihm allerdings bald nicht mehr modern genug, weshalb er es verkaufte. „Das ärgert mich heute noch. Mittlerweile ist das Modell nämlich nur noch sehr schwer zu bekommen“, erzählt Möller. Das Geld, das er damals erhielt, investierte er zusammen mit seinen Ersparnissen noch im selben Jahr in ein 500 Mark teures Exemplar von Nokia. Das entsprach dem aktuellsten Stand der Technik: Kalender, Wecker, ein eingebautes Spiel und ein auswechselbares Cover waren anno 1998 das Neueste vom Neuen. „Da hat mich dann das Fieber gepackt“, erinnert sich Möller heute. Leichter, flacher, kleiner, moderner – so lautete fortan das Credo des gelernten Anlagemechanikers, wenn es um seine Mobiltelefone ging. Anfang des neuen Jahrtausends folgte allerdings die Ernüchterung, Möller geriet in ernsthafte Geldschwierigkeiten. Mehrere Handy-Verträge gleichzeitig und immer neue Geräte forderten ihren finanziellen Tribut von dem damals gerade Volljährigen.

Kistenweise Ladegeräte

„Ich bin ein Handy-Bekloppter“, sagt Möller. Mittlerweile hat er sich vor allem auf Gebrauchtgeräte spezialisiert, die er über das Internet oder auf Flohmärkten kauft. Die Preise halten sich dabei im Rahmen, mehr als zehn Euro gibt er selten aus. Wenn sie in die Sammlung passen, kauft er auch defekte Telefone, an denen er dann herumbastelt.

Dank sieben oder acht Kisten voller Ladegeräte und Sim-Karten aller Netze ist Möller theoretisch in der Lage, fast jedes seiner Exponate zum Leben zu erwecken. Früher hat er seine Sammlerstücke regelmäßig zum Telefonieren benutzt, heute verlässt er sich entweder auf sein Firmenhandy oder sein privates High-Tech-Gerät, das versichert ist und das er ständig an einer Tasche am Gürtel trägt.

Flohmarkt-Schnäppchen

Zwei seiner Geräte liegen Möller besonders am Herzen. Der „Nokia Communicator 9000“ stammt aus den 90er Jahren, hat ein ausklappbares Tastenfeld und war eines der ersten Mobiltelefone, mit dem man im Internet surfen und Faxe verschicken konnte. Gefunden hat er es auf einem Flohmarkt in Konstanz, seine Freundin steuerte ein paar Euro zu den Anschaffungskosten bei. „Sonst hätte ich mir jahrelang anhören müssen, dass er es nicht gekauft hat“, erzählt Elena Lewerenz und lacht. Sein zweites Lieblingsstück ist ein Nokia 1011, das erste GSM-Telefon der finnischen Firma. Da Möllers Sammlung einen gewissen Wert darstellt, hat er seine Wohnung mit einer Alarmanlage gesichert. Sobald jemand versucht, einzudringen, wird er alarmiert – natürlich per Handy.

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