Zähneputzen schadet nie? Irrtum. Erst essen, dann putzen? Jein. Es gibt so einiges, was bei der Mundhygiene schief laufen kann. Foto: Fotolia/©

Beim Zähneputzen kann man nichts falsch machen – denken viele. Irrtum, sagen Zahnärzte. Warum man zum Beispiel nicht immer gleich nach dem Essen zur Zahnbürste greifen sollte – und weitere Irrtümer.

1. Irrtum: Je länger man putzt, umso besser

Früher haben Kinder zu ihrer ersten Zahnbürste gleich noch eine Sanduhr erhalten: Drei Minuten, so die Vorgabe, sollte das Putzen dauern. Tatsächlich sind zwei bis drei Minuten auch der Durchschnitt, den ein Mensch normalerweise für das Zähneputzen braucht. Wer länger putzt, ist nicht unbedingt gründlicher, warnt Johannes Einwag, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums in Stuttgart. Vielmehr hat sich in Studien gezeigt, dass sich bei längerem Putzen die Putzmuster wiederholen. Und wer immer nur die selbe Stelle schrubbt, kann sogar den Zahn schädigen. Zumal viele zu kraftvoll zudrücken, so dass die Schmelzschicht an den Zahnhälsen fortgerubbelt wird. „Mehr als 200 Gramm sollten nicht entstehen“, warnt Johannes Einwag. Wer die Kraft seiner Putzbewegung nicht einschätzen kann, sollte die Zahnbürste auf die Küchenwaage pressen und nachmessen.

Wichtig ist, dass die bakterielle Plaque entfernt wird. Daher empfehlen Zahnärzte Kindern schon die KAI-Methode: Dabei werden erst die Kauflächen geputzt, dann die Außen- und dann die Innenseiten. Ab dem Jugendalter sollten auch die Zahnzwischenräume nicht vergessen werden. Die Speisereste, die sich dort ablagern können, entfernt man am besten mit Zahnseide oder Bürstchen, den sogenannten Interdentalbürstchen.

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