41 Zahnärzte aus dem Kreis Esslingen sammeln ausgedientes Zahngold, das der Esslinger Kinderklinik zugutekommt. Seit 1999 sind fast 2,7 Millionen Euro zusammengekommen.
Der Goldpreis klettert auf immer neue Höhen, und damit genießt dieses Edelmetall wachsende Wertschätzung. Wenn nach einer Zahnbehandlung Kronen, Brücken oder Inlays übrig bleiben, überlegt sich mancher Patient, was sich aus dem enthaltenen Edelmetall machen lässt: Zahngold kann man bei einem der vielen Ankäufer zu Geld machen. Man kann aber auch Gutes damit tun. 41 Zahnarztpraxen in der Region beteiligen sich an einer Sammelaktion zu Gunsten der Esslinger Kinderklinik, die seit den Anfängen 1999 einen stattlichen Spendenbetrag eingebracht hat.
Nun überreichten Eva-Maria Weyer, die Vorsitzende der Kreiszahnärzteschaft, und Matthias Winkler von der Firma Bego, einem Spezialisten für Dentalprothetik und -implantologie, einen weiteren Spendenscheck über 301 708,85 Euro. Damit summiert sich der Erlös der Zahngold-Aktion im Landkreis seit den Anfängen 1999 auf fast 2,7 Millionen Euro.
41 Praxen im Kreis Esslingen machen mit
„Dieses Geld hat uns geholfen, vieles zum Wohle unserer jungen Patientinnen und Patienten zu ermöglichen, was sonst nicht finanzierbar gewesen wäre“, sagt Christian von Schnakenburg, der Chefarzt der Esslinger Kinderklinik. Und er denkt etwa an Beatmungs- und Sonografie-Systeme, an therapeutische Hilfen, Wärmebettchen für Frühgeborene, Transport-Inkubatoren oder ein Ultraschall-Gerät für die Kinderintensivstation – all das und vieles mehr konnte im Laufe der Jahre dank der Zahngold-Aktion bereits angeschafft werden.
Natürlich kann jeder Patient ausgediente Dental-Edelmetalle mit nach Hause nehmen und versilbern. Die beteiligten Zahnarztpraxen im Landkreis machen ihre Kundschaft aber auch auf die Möglichkeit aufmerksam, ausgediente Kronen, Brücken oder Inlays in einen speziellen Sammelbehälter zu geben, der von Zeit zu Zeit von Mitarbeitern des Esslinger Klinikums abgeholt und an die Firma Bego weitergereicht wird, die die enthaltenen Edelmetalle ohne Provision einschmelzt und zum aktuellen Höchstpreis ankauft. „Diese Aktion ist uns sehr wichtig“, versichert Bego-Goldexperte Matthias Winkler. „Wenn wir dadurch die wichtige Arbeit der Esslinger Kinderklinik unterstützen können, engagieren wir uns gern.“ Seit dem letzten Einschmelzen vor zwei Jahren waren wieder stolze 16,2 Kilogramm Dental-Edelmetalle zusammengekommen. Dank des derzeit stattlichen Goldpreises wurde die bislang höchste Einzelspende seit 1999 erzielt.
„Jeder kann Gutes tun“
Wolfgang Hanselmann, der frühere Verwaltungsdirektor des Klinikums, hatte die Aktion Ende der 90er-Jahre zusammen mit der Kreiszahnärzteschaft und der Firma Bego auf den Weg gebracht. Hanselmanns Nachfolger Michael Hedtrich ist die Sammlung von Zahngold für den guten Zweck ein ebenso großes Anliegen. Wobei er betont: „Wir sind den beteiligten Zahnärzten für ihr Engagement sehr dankbar, wollen aber die Patientinnen und Patienten nicht vergessen, die die eigentlichen Spender sind.“
Für Eva-Maria Weyer, die Vorsitzende der Kreiszahnärzteschaft, ist es ein Herzensanliegen, die Esslinger Kinderklinik auf diese Weise zu unterstützen: „Jeder kann auf diese Weise so viel Gutes tun. Für den einzelnen Patienten bleibt nach dem Einschmelzen einer Krone oft gar nicht so viel übrig, aber in der Summe können wir gemeinsam einen stattlichen Spendenbetrag erzielen.“ Deshalb würde sich Eva-Maria Weyer freuen, wenn es aus dem Kreis der rund 300 Zahnarztpraxen im Landkreis weitere Unterstützer der Zahngoldaktion geben würde.
Angelika Günter, Oberärztin in der Neonatologie der Kinderklinik, hat noch so manches auf dem Wunschzettel, was sich mit Hilfe von Zahngold-Spenden finanzieren ließe. Was Chefarzt Christian von Schnakenburg besonders an dieser Aktion schätzt: „Sie kommt allen zugute: Den kleinen Patienten und ihren Familien ebenso wie unserem Personal, dem viele dieser Anschaffungen die Arbeit sehr erleichtern können.“