Die Situation am Arbeitsmarkt wird schwieriger. Foto: dpa

Vor allem in der Industrie sind Arbeitsplätze verloren gegangen, gleichzeitig sinkt die Zahl an freien Stellen. Dennoch ist der Arbeitsmarkt „bemerkenswert robust“.

Zum Jahresende hat sich die Arbeitslosigkeit im Kreis Ludwigsburg nochmals leicht erhöht. Das teilen die Agentur für Arbeit und das kommunale Jobcenter mit. Demnach lag die Arbeitslosenquote im Dezember bei 4,2 Prozent. Im Vormonat waren es 4,1, vor einem Jahr 3,9 Prozent. Insgesamt waren 13.331 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 981 Personen oder 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

 

Im Jahresschnitt 2025 waren 13.208 Menschen arbeitslos gemeldet – ein Anstieg um 1078 Personen oder 8,9 Prozent gegenüber 2024. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 4,2 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte höher als der Vorjahresschnitt. Überdurchschnittlich betroffen waren Männer mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 11,6 Prozent. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen – 1243 Arbeitslose – fiel der Zuwachs mit 5,9 Prozent geringer aus als im Vorjahr.

Deutlich weniger freie Stellen ausgeschrieben

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Jahresschnitt um 273 Personen oder 7,4 Prozent auf 3942. Im Schnitt waren 4526 Arbeitslose (34,3 Prozent) 50 Jahre und älter, jede vierte arbeitslose Person (3343 oder 25,3) war mindestens 55 Jahre alt. 6666 Arbeitslose – rund die Hälfte aller Arbeitslosen (50,5) – hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Jahresverlauf weiter zurück. Insgesamt wurden 1764 Arbeitsstellen oder 19 Prozent weniger gemeldet als 2024. Der durchschnittliche Bestand an freien Stellen lag bei 2581, das waren 776 Stellen oder 23,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Plus in den Bereichen öffentliche Verwaltung und Verteidigung

Zum Stichtag 30. Juni waren kreisweit 215.863 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – ein Rückgang um 1114 Personen oder 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders betroffen war das verarbeitende Gewerbe, in dem 2198 Arbeitsplätze verloren gingen – vor allem in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie. Zuwächse verzeichneten die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherungen (+712), das Sozialwesen (+571), das Baugewerbe (+145) sowie der Bereich Information und Kommunikation (+140).

„Mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ging ein sehr herausforderndes und bewegtes Jahr am Arbeitsmarkt zu Ende. Trotz schlechter Nachrichten aus der Industrie mit spürbaren Arbeitsplatzverlusten zeigte sich der Arbeitsmarkt insgesamt bemerkenswert robust“, fasst Martin Scheel, Leiter der Agentur für Arbeit Ludwigsburg, zusammen.