Vom Gärtner zum Rockstar: Yaris tritt mit seinem Vater Peter Maffay bei der 'Farewell'-Tour in Stuttgart auf.
Yaris steht noch am Anfang seiner Musikkarriere, hat gerade seine erste EP veröffentlicht. Doch seine eigenen Songs spielt er bereits bei Konzerten vor Zehntausenden Menschen. Denn der 20-Jährige tritt im Vorprogramm seines berühmten Vaters Peter Maffay bei dessen „Farewell“-Tour auf. Ähnlich wie Peter Maffay trägt er Lederjacken, viel Schmuck und ärmellose Shirts, die den Blick auf die tätowierten Arme frei geben.
Schon als Kind begleitete er den berühmten Vater bei Konzerten
Auf der Bühne bewegt er sich, als wäre er schon immer dort gewesen. Und ein bisschen ist es auch so. Denn Yaris begleitete seinen Vater schon als Fünfjähriger bei seinen Konzerten, schlief auf den Boxen bei den Konzerten ein, wie er erzählt. „Ein Tourkind, könnte man sagen“, sagt er mit einem Schmunzeln.
Doch dieses Mal ist es die Abschiedstournee seines Vaters. Das lässt auch den Sohn nicht kalt: „Diese Tour ist etwas ganz Besonderes. Es ist sehr emotional, auch weil gleich drei Vater-Sohn-Geschichten auf der Bühne passieren“, erzählt Yaris, der sich beim Gespräch mit unserer Zeitung im Tourbus auf dem Weg zum nächsten Auftritt befindet. Bei den Konzerten erleben die Zuschauer geballte Familien-Power: neben Maffay und seinem Sohn stehen auch Pianist Pascal Kravetz mit seinem Vater Jean-Jacques Kravetz und Bassist Ken Taylor mit seinem Sohn Leon Taylor, der als Backgroundsänger auftritt, auf der Bühne.
Yaris, dessen Nachname wie der bürgerliche Name seines Vaters Makkay lautet, ist wegen der vielen Zuschauer kaum aufgeregt. „Da habe ich schon eher Respekt davor, dass ich meine Message bei den Leuten nicht rüber bringen kann“, sagt er. Doch bislang habe er nur positive Erfahrungen machen dürfen.
Wer allerdings denkt, dass Yaris die Karriere dank seines Vaters in den Schoß gelegt wird, irrt. Auf Mallorca wuchs er mit seiner Mutter Tanja Spengler fernab des Medienrummels auf. Seine Eltern trennten sich 2015. In Spanien konnte Yaris normal aufwachsen, galt nicht als „Sohn von...“. Einziger Wermutstropfen: Er konnte mit seinem Vater nicht so viel Zeit verbringen, wie das bei anderen Kindern der Fall ist. „Aber ich war es nicht anders gewohnt. Das habe ich ihm nicht übel genommen.“
Yaris wollte schon immer seine eigene Musik machen
Mit 17 Jahren beschloss Yaris jedoch, nach Deutschland zu ziehen – mit einem großen Ziel vor Augen. Auch er wollte und will Musiker werden. Gab es nie die Überlegung, etwas ganz anderes zu machen, um dem Vergleich mit dem Vater aus dem Weg zu gehen? Die Antwort kommt sofort: „Nie. Ich habe in meinem Leben nie an etwas anderes gedacht als an Musik.“ Doch er wolle sein eigenes Ding machen.
Dazu gehört für ihn auch, dass er finanziell auf eigenen Beinen stehen will. Als er nach Deutschland zog, arbeitete er zunächst als Gärtner in der Firma seines Vaters. Doch die beiden gerieten aneinander und Yaris kündigte. Anschließend arbeitete er nachts in einer Bäckerei. „Tagsüber konnte ich so ins Studio gehen, aber die Arbeitszeiten waren auf Dauer doch zu anstrengend.“ Er wechselte in die Gastronomie, wo es ihm gefiel.
Doch dann fragte sein Vater, ob er ihn bei seinem Social-Media-Auftritt unterstützen könne. Yaris sagte zu, bekam jedoch eine ganz und gar nicht virtuelle Aufgabe zugeteilt: „Ein Jahr lang habe ich am Empfang Briefe geklebt.“ Inzwischen hat er sich aber zum Social-Media-Manager der Firma hochgearbeitet, schließlich muss man „seine Brötchen verdienen, bis man von der Musik leben kann“.
Er scheut sich nicht, in seinen Songs politisch zu werden
Die musikalische Unterstützung seines Vaters nimmt er jedoch gerne an: „Er ist mir immer eine Stütze, wenn ich ihn brauche. Es hilft sehr, jemanden an meiner Seite zu haben, der schon über 50 Jahre Erfahrung in dem Bereich hat.“ Seine eigene Musik beschreibt er als „gute, handgemachte Rockmusik“. Er verarbeitet darin seine Erfahrungen. So wie in dem Lied „Fühlen“, bei dem es um eine schmerzhafte Trennung geht. „Nur mit dir“ ist ein Duett mit Maite Jens, das vom Wendepunkt in einer Beziehung erzählt. Doch er scheut sich auch nicht davor, mit seinen Songs politisch zu werden. „Das sind wir“ schrieb er, nachdem er bei einer Demo gegen Rechts teilgenommen hatte.
Diese und andere Songs stellt er dem Publikum bei der Tour seines Vaters vor, aber auch bei seiner eigenen Tour, die im Herbst beginnt. Dass er dann auf kleineren Bühnen steht, stört ihn nicht: „Ich mache Musik, weil es mir Spaß macht. Alles fängt irgendwo mal an.“