Am Entree zu dem Gebiet wird sich ein Rewe-Markt ansiedeln. Die Verträge sind nach Angaben der Stadt unterschrieben. Foto: Pflugfelder Immobilien GmbH

In Neckarrems (Kreis Ludwigsburg) läuft die Erschließung eines sieben Hektar großen Neubaugebiets. Bald startet die Bebauung, inklusive begrüntem Wohnhaus und Supermarkt.

Kurz nach der Feuerwehrwache geht es auf der Marbacher Straße in Neckarrems plötzlich nicht mehr weiter geradeaus. Eine Absperrung verhindert die Weiterfahrt. Das liegt daran, dass auf den früheren Ackerflächen linker Hand eine Baustelle entstanden ist, wie sie die Stadt Remseck seit Jahrzehnten nicht gesehen hat.

 

Im September ging der Spatenstich über die Bühne. Seitdem wird das Feld für ein neues Wohngebiet bereitet, werden Gräben ausgehoben und Leitungen im Boden versenkt. Das Areal erstreckt sich über sieben Hektar und soll einmal Platz für rund 1000 Einwohner bieten. Dimensionen, die aktuell im Landkreis wahrscheinlich nur vom knapp zwei Hektar größeren Neubaugebiet Fuchshof im benachbarten Ludwigsburg übertroffen werden. Die Erschließung soll in einem Rutsch erfolgen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Parallel werden aber auch schon die ersten Häuser hochgezogen werden können. Das Gelände solle in vier Abschnitten aufgesiedelt werden, die aus insgesamt sechs Quartieren bestehen, sagt Oberbürgermeister Dirk Schönberger.

Mehrfamilienhaus mit einer begrünten Fassade

Das Gebiet hat gewaltige Ausmaße. Seit Herbst 2025 wird die Bebauung vorbereitet. Foto: Werner Kuhnle

Schon im März werden die Arbeiten im ersten dieser Quartiere starten, das in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht sogleich ein dickes Ausrufezeichen setzen dürfte. Die Pflugfelder Immobilien GmbH wird dort, am Entree zu dem Wohngebiet, ein begrüntes, siebengeschossiges Mehrfamilienhaus realisieren. „Mir ist im Landkreis nichts Vergleichbares bekannt“, sagt Armin Brenner, Leiter des Fachbereichs Bauverwaltung und Stadtplanung. Die Pflanzen würden teils im Boden verwurzelt, von wo aus sie sich an dem Gebäude emporschlängeln, teils auf Höhe der einzelnen Stockwerke gesetzt. „Das führt dazu, dass sich die Fassade nicht so aufheizt. Umso weniger muss man kühlen“, erklärt Dirk Schönberger.

Insgesamt möchte Pflugfelder in diesem Quartier sechs Mehrfamilienhäuser errichten mit fast 100 Wohneinheiten. Obendrein wird an dieser Stelle das Thema Nahversorgung abgedeckt. Man etabliere hier einen Rewe, verkündet Brenner. Der Markt verbinde wie ein Scharnier vier der Mehrfamilienhäuser. „Er ist in den Gebäuden im Erdgeschoss integriert“, erklärt er. Der Zugang erfolge von der Marbacher Straße aus. Damit habe man künftig auch im Stadtteil Neckarrems einen Vollsortimenter im Portfolio, freut sich der Rathauschef.

„Unser Ziel ist, 2029 alles vermarktet zu haben.“

Dirk Schönberger, Oberbürgermeister von Remseck

Darüber hinaus sollen in dem Neubaugebiet ein Bäcker und ein Café angesiedelt werden, allerdings an anderer Stelle, am Quartiersplatz. Die Betreiber stünden bis dato nicht fest, die Verhandlungen seien in vollem Gange, sagt Armin Brenner. Sicher ist jedoch, dass hier, im Herzen des Areals, eine Fläche mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen soll. Die Stadt hatte für diesen Sektor eigens eine so genannte Konzeptvergabe ausgelobt. Den Zuschlag erhielt eine Allianz aus dem Architekturbüro Hermann + Bosch Architekten und der Gapp Objektbau.

Die Geschäftspartner haben für den zentralen Platz auch drei Wohngebäude in Holzbauweise mit rund 50 Einheiten vorgesehen. Nicht zu vergessen die sechsgruppige Kita, in denen Eltern ihre Mädchen und Jungs betreuen lassen können. Die Stadt suche dafür einen externen Betreiber, habe ihre Fühler bereits ausgestreckt, berichtet Brenner.

Insgesamt sollen in dem Areal mit dem offiziellen Namen „Östlich Marbacher Straße“ 460 Wohneinheiten realisiert werden. Frauen, Kinder und Männer werden dabei in verschiedenen Gebäudetypen ein Zuhause finden können, sagt Dirk Schönberger. „Wir wollen einfach die Nachfrage befriedigen. Menschen sind sehr unterschiedlich“, erklärt er den breiten Mix. Auf 83 Grundstücken sind 27 Mehrfamilienhäuser, 33 Reihenhäuser, acht Doppelhäuser und 15 Einfamilienhäuser angedacht. „Unser Ziel ist, 2029 alles vermarktet zu haben“, sagt der Oberbürgermeister.

Wichtig ist der Kommune bei all dem, dass die ökologischen Aspekte nicht zu kurz kommen. Die in dem gesamten neuen Stadtviertel vorgeschriebenen Flachdächer müssen begrünt und mit einer PV-Anlage bestückt sein. Ferner seien in dem Gebiet mehrere grüne Oasen vorgesehen, betont Armin Brenner. Viele Bäume sollen ebenfalls gepflanzt werden, um den Straßen einen Alleencharakter zu verleihen.

Der OB streicht die günstige Lage des Gebiets hervor

In dem Areal wird auch ein Mehrfamilienhaus mit begrünter Fassade gebaut. Foto: Pfugfelder Immobilien GmbH

Fragt sich nur, wer es sich in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten leisten kann, in eine nigelnagelneue Immobilie zu ziehen oder selbst zu bauen. Im Rathaus hat man jedoch keine Sorge, auf den Bauplätzen sitzen zu bleiben. „Wir haben seit Jahren eine allgemeine Interessentenliste. Die Nachfrage ist nach wie vor recht gut. Wir gehen also davon aus, dass wir das Gebiet positiv vermarkten können“, betont Armin Brenner.

Der Oberbürgermeister hebt zudem die günstige Lage des Gebiets hervor, das ruhig am Stadtrand und doch in Gehweite zum Marktplatz und zum Neckar gelegen sei. „Die Stadtbahn ist auch nur 800 Meter entfernt“, streicht Dirk Schönberger hervor.