VfB-Trainer Tim Walter (links) war mächtig sauer nach dem Remis in Aue. Foto: Baumann

Tim Walter war bedient. Nach dem Unentschieden bei Erzgebirge Aue macht der Trainer vom VfB Stuttgart seinem Unmut über das Schiedsrichtergespann und den Videoassistenten Luft.

Aue - Zwei Szenen, zwei ganz unterschiedliche Wahrnehmungen. 32. Minute: Der Schiedsrichter Felix Zwayer ignoriert einen Zusammenstoß von Stürmer Nicolas Gonzalez vom VfB Stuttgart im Strafraum mit seinem Gegenspieler Calogero Rizzuto, der in ihn hineingerauscht war – Abstoß für Erzgebirge Aue statt einem berechtigen Foulelfmeter. 67. Minute: Der Stuttgarter Linksverteidiger Borna Sosa geht im Strafraum zu Boden – er hatte den Kontakt zum Gegenspieler gesucht, aber erst sehr spät noch leicht gefunden. Schwalbe und Gelb-Rot, urteilte Zwayer. Eine vertretbare Entscheidung.

Walter stinksauer

Der VfB-Trainer Tim Walter war aber hinterher stinksauer, er sah das anders. „Ich denke, dass wir zwei Elfmeter kriegen müssen. Ich hab‘ gedacht, meine Frau pfeift heute, weil die pfeift auch immer für die, die die schönsten Trikots anhaben“, sagte er und schickte noch einen Gruß an den Videoschiedsrichter Robert Kempter in Köln: „Und was die im Videokeller machen, weiß auch keiner, vielleicht war er gerade mal wieder Pausenbrot essen oder sonst irgendwas. Und uns dann auch noch mit einer Gelb-Roten-Karte zu bestrafen, ist schon sehr frech, muss ich sagen.“

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Viel offener kann man einen Referee nicht kritisieren. Walter war in Rage, was in einem Fall verständlich, im anderen aber überzogen war. Bei der Szene mit Gonzalez lag er richtig und war zurecht erbost. Bei der Szene mit Sosa schoss er aber in seiner Beurteilung übers Ziel hinaus. „Wenn es einen Kontakt gibt, ist es ein Elfmeter. Aber dann noch eine Gelbe Karte obendrauf zu setzen, ist schon aller Ehren wert von Herrn Zwayer“, sagte er auf Nachfrage.

Sosa wusste, dass er eine Dummheit begangen hatte

Sosa selbst machte keine Anstalten zu protestieren – ihm war wohl gleich bewusst, was für eine Dummheit er begangen hatte. Die Stuttgarter mussten die Partie vor 13 950 Zuschauern, die das Heimteam bis zum Ende nach vorne peitschten, deshalb mit nur zehn Spielern zu Ende bringen. „Natürlich wird’s mit zehn Leuten schwer. Da hast du einfach einen weniger, der die Räume anläuft“, sagte der VfB-Rechtsverteidiger Pascal Stenzel, der zu weit weg stand, um sich ein Bild von der Sosa-Aktion zu machen: „Ich kenne Borna so, dass er da nicht auf eine Schwalbe geht, weil er sonst durch ist. Von dem her kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine klare Schwalbe war.“

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Übrigens war Walter am Freitagabend nicht nur mit dem Schiedsrichter uneins, sondern auch mit dem Auer Interimstrainer Marc Hensel, der seine Einschätzungen nicht teilte. „Jeder, der das Spiel gesehen hat, weiß, dass es nur einen Sieger hätte geben können – uns“, fand Walter. Damit löste er Verwunderung bei Hensel aus. „Ich habe das Spiel anders gesehen“, sagte der 33-Jährige. „Es war ein gerechtes Unentschieden. Deshalb kann ich die Aussagen auch nicht verstehen.“ Walter zog nach der Pressekonferenz wütend von dannen und hinterließ in Aue auch noch ein paar unschöne Worte in Richtung Hensel.

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