Museumsleiter Hansjörg Albrecht und seine Stellvertreterin Christiane Benecke wollen mit der Ausstellung „Nachtaktiv“ die ganze Familie ansprechen. Foto: Roberto Bulgrin

Die Nacht ist eine besondere Tageszeit. Manche genießen ihre Ruhe, andere ihren Zauber und wieder andere ihre Geheimnisse. All das zeigt eine Ausstellung im Stadtmuseum.

Die Nacht weckt in den Menschen ganz unterschiedliche Gefühle: Wenn es draußen dunkel wird, kommen viele zur Ruhe, manche verlieren sich in ihren Träumen oder geben sich romantischen Gefühlen hin, wieder andere kommen ins Grübeln oder gruseln sich gar. Aber was ist das eigentlich, was die Nacht so besonders macht? Antworten gibt die neue Ausstellung „Nachtaktiv“, die an diesem Samstag im Esslinger Stadtmuseum eröffnet wird.

 

Was diese Mitmachausstellung so besonders macht: Besucher ab fünf Jahren erfahren nicht nur allerlei Wissenswertes über das Phänomen Nacht – sie sind auch eingeladen, beim Rundgang durch die Schau die eigenen Sinne zu schärfen und für sich selbst zu entdecken, was die Nacht bedeuten kann und was sie in Menschen auszulösen vermag.

Der Blick in die Unendlichkeit des Sternenhimmels berührt. Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen entdeckt die Phänomene der Nacht

Es ist ein sinnliches Erlebnis, durch diese Ausstellung zu gehen. Wer eintauchen will in die nächtliche Stimmung sollte auf Socken durch die Räume des Gelben Hauses gehen – so, wie das viele zu später Stunde auch zuhause gerne tun. An zehn Stationen nähern sich die Besucher aus ganz unterschiedlichen Richtungen dem Phänomen der Nacht. Gleich am Eingang zur Ausstellung werden die Gäste eingeladen, darüber nachzudenken, wie nachtaktiv sie selber sind: Sind sie Nachtschwärmer oder verkriechen sie sich lieber daheim im stillen Kämmerlein? Gleich nebenan wird’s wissenschaftlich – aber so, dass auch junge Ausstellungsbesucher leicht verstehen, wie die Nacht entsteht und warum es in Tokio, Sidney, Neu Delhi, Honolulu, Tokio und Esslingen unterschiedliche Tageszeiten gibt. Und wer Lust hat, kann sich selbst sein eigenes Schattenspiel basteln.

Ein paar Schritte weiter bekommen die Ausstellungsbesucher ein Gefühl für die Unendlichkeit und für den Zauber des Sternenhimmels, sie können in einem Kuschelbett und in einem gemütlichen Dunkelzelt ihren eigenen Träumen nachhängen, und die ganz Mutigen können eintauchen in die Welt der Monster und anderer furchteinflößender Kreaturen.

Man wird daran erinnert, dass sich manche Pflanzen in der Nacht von ihrer besten Seite zeigen und dass manche Tiere wie Fledermäuse und Glühwürmchen ganz bewusst die Dunkelheit suchen. Man kann leuchtende Nachtlandschaften gestalten, Träume und Alpträume sammeln, man kann den Geräuschen und der Stille der Nacht lauschen, und in einer geheimnisvollen Dunkelkammer kann man erfahren, wie es sich anfühlt, wenn totale Dunkelheit um einen ist. Aber Vorsicht: Was sich da ertasten lässt, verspricht so manche Überraschung.

Esslinger Familien dürfen kreativ werden

Es ist ein Vergnügen, durch diese Ausstellung zu gehen, weil man nicht einfach nur Schautafeln und Exponate betrachten, sondern mit allen Sinnen erfahren kann, was Nacht bedeutet – nicht nur für die Welt im Ganzen, sondern für jeden Einzelnen. Gestaltet wurde die Schau, die zunächst in Ludwigsburg zu sehen war, von Nena Weidhofer und der Agentur Superherodesign, die in Esslingen schon häufiger bewiesen hat, dass sie ein Händchen für solche Mitmachausstellungen hat. Sie lobt vor allem die gute Zusammenarbeit der beiden Museen und lobt: „Das Esslinger Stadtmuseum mit seinen kleinen Räumen ist für diese Ausstellung wie geschaffen.“ Museumsleiter Hansjörg Albrecht liegen die Mitmachausstellungen sehr am Herzen: „So können wir den Museumsbesuch für die ganze Familie zum Erlebnis machen und zeigen, was unser Stadtmuseum zu bieten hat.“

Der nächtliche Lichterglanz wird sinnlich erfahrbar. Foto: Roberto Bulgrin

Die Mitmachausstellung „Nachtaktiv“ wird am Samstag, 22. November, um 14 Uhr im Stadtmuseum im Gelben Haus am Esslinger Hafenmarkt eröffnet. Von 15 bis 16.30 Uhr kann das junge Publikum nach einem ersten Rundgang durch die Schau Gespenster und ein Sternmobile basteln. Der Eintritt dazu ist frei.