Für die Kultur der Kelten interessierten sich rund 80000 Besucher Foto: Leif Piechowski

Das Württembergische Landesmuseum hat 2013 einen Besucherrekord aufgestellt. Möglicherweise wiederholt sich das auch 2014, denn im Herbst wird die Ausstellung „Ein Traum von Rom“ eröffnet.

Stuttgart - Der große Raum im Obergeschoss des Alten Schlosses ist eine Baustelle. Es gibt kein Licht, der Boden ist schmutzig, die Decke offen. Und dennoch ist Cornelia Ewigleben auf dem kleinen Podium inmitten des Chaos bester Laune. Schließlich kann die wissenschaftliche Direktorin des Landesmuseums Württemberg mit einer glänzenden Jahresbilanz 2013 aufwarten und einen Besucherrekord vermelden: 242 000 Menschen haben im vergangenen Jahr das Alte Schloss, den Fruchtkasten, das Museum für Alltagskultur im Schloss Waldenbuch, das Römische Lapidarium und das Kindermuseum im Jungen Schloss besucht. Im Jahr davor lag die Zahl bei 219 000. „Wir sind das Museum für regionale Themen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Kulturgeschichte scheint den Nerv der Menschen zu treffen“, sagte Cornelia Ewigleben.

Fast 80 000 Gäste kamen allein in den Monaten Januar und Februar zu „Welt der Kelten“, für den „Glanz der Zaren“, die noch bis 23. März zu sehen ist, begeisterten sich bislang 55 000 historisch Interessierte. 30 der 372 Führungen wurden in russischer Sprache gehalten.

Den größten Zuwachs verbuchte das Museum für Alltagskultur, das seine Zahlen von 21 000 (2012) auf 30 700 steigerte. Bisher war in Schloss Waldenburg zum Thema Wohnwelten der erste Abschnitt „Wohnwirklichkeiten“ zu sehen, ab Mai wird die Ausstellung um den Themenbereich „Wohnbedürfnisse“ erweitert. Dabei erfährt man beispielsweise, weshalb ein Heizlüfter in den 50er Jahren zu den Helden des Alltags zählte. 38 300 Besucher, das sind 10 000 mehr als im Vorjahr, kamen zum interaktiven Programm ins Kindermuseum.

Damit der Nachwuchs auch in diesem Jahr wieder ins Museum strömt, wird vom 25. Oktober an die Mitmachausstellung „Römische Baustelle! Eine Stadt entsteht“ zu sehen sein. An 14 Stationen werden Kindern spielerisch die Architektur und das Bauwesen in Rom vermittelt. Dabei gibt es das Modell eines Aquädukts oder eine Fußbodenheizung zum Weiterbauen. Parallel dazu lockt im Alten Schloss die große Sonderausstellung „ Ein Traum von Rom“. „Wir wollen darin vor allem die Strahlkraft Roms auf die Provinzen dokumentieren“, sagt Kuratorin Nina Willburger. Gemeinsam mit dem Rheinischen Landesmuseum Trier wird das römische Stadtleben im Südwesten beschrieben. Unter den 350 Exponaten befinden sich Mosaike, Wandmalereien, Skulpturen, Glasgefäße und Bronzen. Erstmals wird dabei in einem deutschen Museum in einem Cyberraum mit sechs Beamern ein computeranimierter Film über die städtische Entwicklung Triers von einer Siedlung zu einer römischen Kaiserresidenz gezeigt.

Im Spätherbst dann sollen die 1000 Quadratmeter im Obergeschoss mit Eichenparkett und Kassettendecken ausgebaut sein, eine moderne Haustechnik wird eingebaut. Mit 2,5 Millionen Euro hat die Bauverwaltung des Landes die Sanierung unterstützt. Dies ist Teil eines Stufenplans, der für das Gesamtkonzept Altes Schloss von 2006 bis 2018 24 Millionen Euro vorsieht. 3,5 Millionen Euro sind für die Inneneinrichtung samt Vitrinen veranschlagt. Im Umbauplan vorgesehen ist auch ein zweiter Fluchtweg aus dem Südturm, der aus Brandschutzgründen vorschrieben ist und auf die Dorotheenstraße führen soll. Derzeit behilft sich das Museum mit einer provisorischen Treppe.

Von Mai 2016 an plant das Landesmuseum drei Ausstellungen mit den größten Schätzen des Hauses. 290 Quadratmeter stehen der klassischen Antike zur Verfügung, die Kunstkammer Württemberg kann 1700 Exponate auf 380 Quadratmetern ausbreiten, und die Keltengräber bekommen 330 Quadratmeter.

Sonderveranstaltungen zur laufenden Ausstellung im Landesmuseum finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

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