Erinnerung an Ex-Oberbürgermeister Stuttgart ehrt Manfred Rommel gleich dreifach

Von Thomas Braun 

Zum Jahresende ehrt die Landeshauptstadt ihren 2013 verstorbenen Alt-OB Manfred Rommel unter anderem mit einer Ausstellung im Stadtmuseum. Foto: Archiv
Zum Jahresende ehrt die Landeshauptstadt ihren 2013 verstorbenen Alt-OB Manfred Rommel unter anderem mit einer Ausstellung im Stadtmuseum. Foto: Archiv

Lange hat es gedauert, doch nun wurde ein würdiger Rahmen für die symbolische Umbenennung des Straßburger Platzes in Manfred-Rommel-Platz gefunden. Im Dezember soll die Zeremonie vollzogen werden.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt wird dem langjährigen, am 7. November 2013 verstorbenen Oberbürgermeister Manfred Rommel zum Jahresende mit einer großen, mehrmonatigen Ausstellung im Stadtmuseum gedenken. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung, die für den 13. Dezember terminiert ist, soll auch die symbolische Umbenennung des Straßburger Platzes in Manfred-Rommel-Platz vorgenommen werden. Zudem soll der erste Gewinner des nach Rommel benannten Stipendiums vorgestellt werden. Das Thema der mit 35 000 Euro dotierten Forschungsarbeit: „Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt.“

Der Mehrfach-Ehrung, über die OB Fritz Kuhn (Grüne) am Donnerstag den Ältestenrat des Gemeinderats informiert hat, war eine monatelange, teils quälende Debatte vorausgegangen. Wie benennt man einen nicht existierenden Platz um? Diese Fragestellung stand im Vordergrund, seit sich der Gemeinderat im Mai auf eine Umbenennung des zukünftigen S-21-Bahnhofsdachs geeinigt hatte. Das könnte freilich frühestens 2025 so aussehen wie in den Hochglanzbroschüren der Bahn. Die Zeit drängte, denn schließlich soll Rommels hochbetagte Witwe Liselotte die Würdigung ihres Mannes noch miterleben.

Ehrung fällt fast mit dem fünften Todestag und dem 90. Geburtstag zusammen

Nachdem auch die CDU-Gemeinderatsfraktion, die sich anfänglich gegen eine solche Ehrung ihres Parteifreundes gesperrt hatte, unter dem öffentlichen Druck von Parteisenioren und Weggefährten des populären Rathauschefs klein bei gab und sich OB Kuhn von der Partnerstadt Straßburg und Rommels Witwe das Plazet zur Umbenennung hatte geben lassen, fehlte nur noch ein würdiger Rahmen für die Feier. Der scheint nun mit der Ausstellung im unter dem Namen Stadtpalais firmierenden Stadtmuseum gefunden. Die Schau, die von Museumsleiter Torben Giese gemeinsam mit dem städtischen Kulturamt konzipiert wird, soll das Leben und Wirken Manfred Rommels kritisch würdigen. „Es ist gut, dass wir das mit der Platztaufe und der Stipendiumsvergabe zusammen machen können“, so Kuhn. Zudem falle der Termin fast mit dem fünften Todestag Rommels und dessen 90. Geburtstag an Heiligabend 2018 zusammen. Der Gemeinderat und auch der Bezirksbeirat Mitte müssen der Platzbenennung noch formal zustimmen.

Rommels Weggefährte Klaus Lang lobt Engagement von OB Fritz Kuhn

Zu den neben Liselotte Rommel geladenen Gästen bei der Ausstellungseröffnung dürfte auch ein Christdemokrat gehören, dessen Initiative es im Wesentlichen zu verdanken ist, dass nun nicht nur am nach Rommel benannten Flughafen auf den Fildern, sondern auch mitten in der Stadt an den Alt-OB erinnert wird. Klaus Lang, unter Rommel lange Jahre Finanzbürgermeister, hatte das Thema 2017 auf die politische Agenda gesetzt. Das CDU-Urgestein hatte sogar mit Parteiaustritt gedroht, weil die Stuttgarter CDU dem Vorschlag zunächst nicht näher treten wollte.

Der stockkonservative Lang, als Vorsitzender des Immobilienbesitzer-Vereins Haus & Grund sonst ständig im Clinch mit Kuhn, zollt dem OB diesmal ein „großes, dickes Lob“. Kuhn habe die Ehrungen initiiert und durchgesetzt: „Das zeugt von seiner menschlichen Größe und seinem Respekt vor der Persönlichkeit Manfred Rommels.“ So viel Komplimente aus dem Munde Langs wird Kuhn wohl so schnell nicht wieder zu hören bekommen.

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