Szene aus der musikalisch-literarischen Revue „50 Jahr blondes Haar“ Foto: Dein Theater/Katja_Ritter

Vor der Corona-Schließung der Theater den ganzen November über bietet Dein Theater an diesem Wochenende noch ein umfangreiches Programm

Stuttgart - Jetzt, in den Monaten mit den langen Nächten und dem ungemütlichen Wetter, ist das Interesse an Kunst und Kultur immer besonders groß. Die Theater bieten entsprechend bestens gefüllte Spielpläne. Doch aus diesen Plänen wird ja nun erst mal nichts, auf jeden Fall im November müssen alle Kultureinrichtungen schließen. Dein Theater bietet deshalb in seiner Spielstätte, dem Wortkino in der Werastraße, an diesem Samstag und Sonntag eine Art Überlebens-Paket an: Neun Vorstellungen gibt es da, also fast so viele wie ohne Corona. Und für die meisten gibt es noch Karten.

Erinnerungen an Wagner und an Bonhoeffer

Los geht es am Samstag um 15 Uhr mit „Der Pastor bleibt Pastor, dem Erinnerungs-Programm an den Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der inzwischen in London in der Westminster Abbey in die Liste der 20 Märtyrer des 20. Jahrhunderts aufgenommen worden ist. Um 19 sowie um 21 Uhr wird das Stück „Es soll verschwinden die Qual der Erde, dass Friede werde“ aufgeführt. Da steht das Schaffen des 1835 in Warmbronn geborenen Bauers und Dichters Christian Wagner im Mittelpunkt. Um 17 Uhr werden Ausschnitte aus dem Buch „Wir sind ein Volk! – Oder?“ von der Bürgerrechtlerin Freya Klier vorgestellt.

„50 Jahr blondes Haar“

Die Sonntags-Matinée um 11.30 Uhr mit dem Hölderlin-Jubiläumsprogramm ist inzwischen ausverkauft. Die anderen Vorstellungen an diesem Tag wollen vor allem mit viel guter Laune Mut machen für die anstehenden Wochen. Los geht es mit dem Wortkino-Klassiker „50 Jahr blondes Haar“ um 15 Uhr. Gesine Keller und Ella Werner präsentieren Literarisches und Musikalisches aus den vergangenen 50 Jahren. Der Wiedererkennungswert bei diesen Anekdoten und Musikeinlagen dürfte sehr groß sein. Und um 19 sowie um 21 Uhr heißt es: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Unter dem Motto „Ohne Probleme ist das Leben auch nicht einfacher“ präsentiert der Schauspieler Norbert Eilts Texte von Joachim Ringelnatz, Mark Twain, Friedrich Hölderlin, Theodor Storm, Johann W. von Goethe und Karl Valentin, spielt dazwischen auch mal Jagdhorn.

Und dann gibt es doch noch einen Programmpunkt in der Schließungszeit: Der Vortrag „Verschwörungsmythen – warum sie so verbreitet sind und wie wir ihnen begegnen können“ von Michael Blume, Religionswissenschaftler und Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus. Die Zeit – 3. November um 19 Uhr bleibt, die Veranstaltung findet jetzt aber im Internet statt (Infos bei Dein Theater). Die Veranstaltung ist live, danach gibt es Gesprächsmöglichkeiten mit Blume.

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