Erste Ergebnisse wurden festgehalten. Es soll aber nicht der letzte Workshop gewesen sein. Die Botnanger wollen am Ball bleiben. Foto: Torsten Ströbele

Rund 20 Bürger haben sich getroffen, um zu überlegen, wie die Ortsmitte mehr belebt werden kann.

Stuttgart-Botnang - Mehr als eine Million Euro haben Stadtverwaltung und Gemeinderat in die Hand genommen, damit der Botnanger Marktplatz umgestaltet werden kann. In mehreren Workshops hatten die Bürger die Möglichkeit, am künftigen Erscheinungsbild der Fläche im Zentrum des Stadtbezirks mitzuarbeiten. Vor allem sollte der Platz multifunktional nutzbar sein, deshalb war klar, dass er nicht über Gebühr vollgestellt wird. Mit dem Ergebnis sind aber zwei Jahre nach der Fertigstellung nur die wenigsten Botnanger zufrieden. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind fast durchweg negativ“, sagte Bezirksvorsteherin Mina Smakaj auf Nachfrage unserer Zeitung. Es hieße, dass der Platz leblos sei und zu wenig Schatten biete. Es gebe zu wenig Sitzmöglichkeiten. Zudem seien die beiden Spielgeräte „Apfel und Birne“ hässlich. Der neue Brunnen werde oft mit einem Urinal oder einer Viehtränke verglichen.

Auch im Rahmen des diesjährigen Bürgerhaushalts wurde gefordert, dass der Marktplatz noch einmal umgestaltet wird. Die Kommentare waren fast durchweg negativ: „Die jetzige Gestaltung strahlt leider keinen Wohlfühlcharakter aus.“ „Der neue Marktplatz ist tot. Keine Spielgeräte mehr für Kinder. Zu wenig Grün. Ungemütlich. Trostlos.“ Oder: „Von der ,Italienischen Piazza‘, die nach den Vorstellungen der Bürgerbeteiligung wohl entstehen sollte, ist nicht viel spürbar.“ „Ja, Chance vertan. Hässlicher ging’s nicht!“

Die ehemalige Bezirksbeirätin Christl Offner-Hofstetter möchte nun nicht nur über den Zustand des Marktplatzes schimpfen, sondern auch etwas verändern: „Zwei Jahre nach dem Umbau ist es an der Zeit, ein Resümee zu ziehen und darüber nachzudenken und zu sprechen, was verbessert, verändert und ergänzt werden sollte.“ Deshalb rief sie gemeinsam mit Gertrud Schmidt und Dieter Schraft die „Marktplatz Initiative – Botnang . mitgestalten“ ins Leben und organisierte einen weiteren Workshop, der vergangene Woche im Bürgerhaus stattfand.

„Es geht heute aber nicht um bauliche Dinge, sondern darum, wie der Marktplatz künftig bespielt werden kann“, betonte Mina Smakaj zu Beginn der Veranstaltung. Und der Moderator Danijel Paric von der Firma Taten.Drang ergänzte: „Sie sollten nun erst einmal aufschreiben, was Sie auf dem Platz wollen und was Sie vermissen. Aber es sollte nichts mit sprengen, fluten oder wegtragen zu tun haben.“ Rund 20 Botnanger waren gekommen und hielten sich auch an die Vorgaben. Viele Vorschläge wurden gemacht. Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, mit Kreide auf dem Platz zu malen. Auch ein Kasperletheater sei denkbar. In der warmen Jahreszeit könnten Liegestühle und Sonnenschirme aufgestellt werden. Veranstaltungen wie die Botnang Nacht, ein Wein- oder Maibaumfest, ein historischer Markt oder ein Markt der Kulturen wurden ins Spiel gebracht. Doch das sind alles Projekte, die in naher Zukunft noch nicht stattfinden werden. Konkret wurde es zunächst bei einem anderen Vorschlag: Ab April oder Mai soll einmal im Monat in der warmen Jahreszeit ein offenes Singen auf dem Marktplatz stattfinden – von 19 bis etwa 19.45 Uhr. „Dafür braucht es auch keine Genehmigung“, sagte Smakaj. Im Januar werde man die Vereine aus Botnang mit den „großen Chören“ einladen und mit ihnen sprechen. Man bräuchte für das offene Singen einen Dirigenten. Der könnte auch von der Hochschule für Musik kommen.

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