Die Conradi-Hochhäuser sollen von der Neubebauung – dort, wo jetzt Bäume und Container stehen – nicht verdeckt werden, so wünschen es Stadtplanungsamt und Bezirksbeirat. Foto:  

Der Bezirksbeirat Nord fordert einen städtebaulichen Wettbewerb für die Ecke Wolfram-/Nordbahnhofstraße. Den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans, der eine andere Planung vorsah, hat das Gremium darum abgelehnt.

S-Nord - Statt des Bebauungsplans, der ihnen vorgelegt wurde, wünschen sich die Lokalpolitiker etwas ganz anderes: nämlich einen städtebaulichen Wettbewerb, bei dem Architekturbüros dazu aufgerufen werden, Entwürfe einzureichen. So lehnten die Bezirksbeiräte den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan einstimmig ab und forderten stattdessen den Wettbewerb.

Stadtplaner waren nicht zufrieden mit Entwürfen

Das Gebiet, um das es geht, liegt direkt hinter dem Europaviertel, am Eingang zum Bezirk Nord. Die betroffene Fläche zieht sich von der Wolframstraße die Nordbahnhofstraße hinauf, entlang der Friedhofstraße und der Beyerstraße zurück zur Wolframstraße. Auf der Fläche, die direkt an der Ecke Wolfram-/Nordbahnhofstraße liegt und wo derzeit die Container für die Bauarbeiter der gegenüberliegenden Milaneo-Baustelle stehen, wollten Investoren zwei Hotels, ein Studentenwohnheim und eine Kindertagesstätte bauen, so berichtete Frank Hermann vom Stadtplanungsamt im Bezirksbeirat. Um dies zu ermöglichen, hätte der Bebauungsplan angepasst werden müssen. Doch die Entwürfe von vier Architektenbüros, die der Investor vorlegte, gefielen den Stadtplanern nicht. „Wir waren nicht ganz zufrieden“, beschrieb es Hermann und zeigte auch Illustrationen der Entwürfe, um die Entscheidung zu erklären: Sie lägen zu eng an der bestehenden Bebauung, und zu wuchtige Gebäuderiegel seien vorgeschlagen worden. „Gefühlt wäre eine Art Charlottenplatz mit Paulinenbrücke dort entstanden“, sagte Hermann.

Denn die Kreuzung wird nach der Fertigstellung des Europaviertels zum Budapester Platz umgebaut, und aus dem Europaviertel heraus wird eine breite Allee, die Athener Straße aus südlicher Richtung auf den Budapester Platz zu führen. Über den Platz wird sich die Stadtbahnbrücke der U 12 spannen, die bereits aktuell über der Wolframstraße gebaut wird.

Die Conradi-Hochhäuser sollen nicht verdeckt werden

„Darum soll der Platz unter der Brücke belebt werden, und da die Athener Straße doppelt so breit wie die Königstraße wird, darf sie nicht als Verkehrsknoten enden“, erklärte Hermann. Wichtig seien auch die vier Conradi-Hochhäuser: Sie sollen von den künftigen Neubauten nicht verdeckt werden, sondern weiterhin „stadtbildprägend und erlebbar“ sein. Da die Entwürfe die Stadtplaner nicht zufrieden gestellt hätten, habe man sich das Gebiet selbst besehen. „Das Gebäude Nummer 15 an der Nordbahnhofstraße ist verkauft, das setzt uns unter Druck, was die Planung angeht“, sagte Hermann.

„Warum wird an diesem für den Bezirk neuralgischen Punkt kein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt?“, wollte die Bezirksvorsteherin Andrea Krueger wissen. Sonst werde dies in ähnlichen Fällen immer getan. Die Lokalpolitiker sahen das genauso: „Wir planen hier nichts Halbes, nichts Ganzes“, befand Timo Haug (CDU). „Mit diesem Stückelesgeschäft werden wir nicht glücklich.“ Er fragte vor allem auch nach einer Übersicht aller dort geplanten Bauvorhaben, auch der privaten, um ein vollständiges Bild zu haben. Auch Parteikollege Hans-Christian Wieder wünschte sich ein Konzept für das ganze Gebiet, und Ralph Wöhrle (Grüne) monierte, es gebe „viele offene Fragen“. Stadtplaner Frank Hermann sagte: „Bei uns sträubt sich niemand gegen einen Wettbewerb.“

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