In diesem Gerlinger Haus soll die neue WG unterkommen. Foto: factum/Granville

Auch die Stadtverwaltung will Räume für eine Wohngemeinschaft anbieten. Die Ausschreibung ist aber nicht so ganz einfach.

Gerlingen - Wie bietet man eine Wohnung in einem Haus der Stadt an, die frei wird? Mit dem geringsten Aufwand, sagt der Bürgermeister Georg Brenner, indem man sie an eine Familie vermietet. Da nun aber auch in Gerlingen Nachfrage nach Plätzen in einer Wohngemeinschaft besteht, brachte die Verwaltung dem Gemeinderat eine Idee nahe: eine Vier-Zimmer-Wohnung in einem städtischen Haus könne zur Bleibe einer Wohngemeinschaft werden – einer „altersgemischten“. Eine „Senioren-WG“ hatte man bereits für das Träuble-Areal geplant, diese Idee aber zugunsten anderer Zwecke aufgegeben.

Nach lebhafter Debatte hat der Ausschuss dem Gemeinderat nun empfohlen, es mit der WG in der Maybachstraße zu versuchen. Aber ohne Altersmischung.

Die Stadträte gingen wohlwollend mit der Idee der Verwaltung um, aber sie äußerten auch Zweifel. Ob ein Wohnkonzept dahinter stecke, wollte Joachim Hessler (Grüne) wissen. Dieses Projekt löse einerseits das Wohnungsproblem im unteren Mietpreisbereich nicht, so Robin Kruck (Junge Gerlinger), es könne aber zum Vorzeigeobjekt werden und ein Vorbild sein für andere Vermieter. „Mir gefällt die Idee“, meinte Martin Maisch (Freie Wähler), aber er habe auch Bauchweh dabei. Es sei schon „sehr schwierig, weil es drei Bewohner sind“, sagte Gabriele Badenhausen (CDU).

Und es war die Rede davon, wie das Adjektiv „altersgemischt“ in der geplanten Ausschreibung zu verstehen sei: etwa „30 – 60 – 90“? Der Bürgermeister meinte, die Verwaltung müsse den Aufwand auf sich nehmen und in Gesprächen schauen, welche Bewerber zusammenpassen. Das sei jedenfalls „ein interessantes Projekt“, befand schließlich Frank Moll (SPD), „ich bin gespannt“.

Ergebnis: die Wohnung wird als Bleibe einer WG ausgeschrieben, wenn der Gemeinderat zustimmt. Die Altersmischung aber wird nicht mit aufgenommen.

Planung für Wohnungsvergabe geht weiter

Derweil gehen die Planungen für die Belegung des Annemarie-Griesinger-Hauses in der Blumenstraße weiter. Wie berichtet, entstehen dort unter der Regie der Heidehofstiftung und des Breitwiesenhauses in zwei Häusern drei Wohngemeinschaften und 24 Wohnungen. Man habe mehr Anfragen als Wohnungen und WG-Plätze, so der Prokurist Falko Piest. Als Bezugstermin sei Juli 2017 vorgesehen. Im Februar wolle man alle Interessenten fragen, ob aus ihrer Anfrage eine Bewerbung um eine Wohnung oder einen WG-Platz werden soll. Danach werde man die Auswahl treffen.

Wenn Plätze oder Wohnungen übrig bleiben, sollen diese nochmals ausgeschrieben werden. Jedenfalls wolle man den künftigen Mietern genug Zeit geben, um ihre jetzige Bleibe zu kündigen. Nicht mehr als die Hälfte der Wohnungen soll an eigene Mitarbeiter vergeben werden. Und man achte darauf, dass aus den beiden Neubauten „weder ein Seniorenwohnen noch ein Personalwohnheim“ werde. Falko Piest: „Wir streben eine gute Mischung an.“

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