WG-Zimmer gesucht! Foto: dpa

Studenten auf Wohnungssuche: Wenn Feinripp-Unterhosen ein K.-o.-Kriterium sind.

Vor ihm waren schon viele da, und nach ihm kommen noch viele: Frank Plaspohl stellt sich in einer Studenten-WG in Osnabrück vor und darf kurz von sich erzählen. Dann wird er fotografiert, nummeriert und in eine Liste eingetragen. Zu Semesterbeginn ist der Wohnungsmarkt in der Universitätsstadt hart umkämpft.

Wie Frank geht es vielen. Wer zum Semesterstart ein WG-Zimmer sucht, kann manchmal nicht wählen, sondern wird erwählt - oder eben nicht. Frank hat nach dem Casting nie wieder etwas von den Bewohnern gehört. Traurig war der Landschaftsarchitektur-Student an der Fachhochschule Osnabrück darüber nicht. "Durch dieses Verfahren war das Verhältnis sowieso getrübt", sagt er und kann heute über die Geschichte aus dem ersten Semester nur lachen. Für ihn war das Massen-Casting eines von vielen. Aber nicht jeder hat die Zeit oder die Geduld, lange nach einer passenden Bleibe zu suchen.

Gerade zum Beginn des Wintersemesters ist der Andrang auf Studentenwohnungen groß. Die Wartelisten der Wohnheime sind lang. Das weiß auch Stefan Grob, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW) in Berlin. Bis Mitte November habe sich der Run aber meist gelegt. Anfängern rät er: "Wer früh genug weiß, wohin er geht, soll sich ruhig bis zu einem halben Jahr vorher in Wartelisten eintragen lassen." Als erste Anlaufstelle empfiehlt Grob die virtuellen und realen Schwarzen Bretter der Universität. Auch aus Gesprächen mit Kommilitonen ergebe sich häufig ein Dach über dem Kopf. Wichtig sei vor allem, das potenzielle Zimmer vorher selbst anzuschauen und das Bauchgefühl mitentscheiden zu lassen.

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