Eine eigene Haustür ist ein Privileg, nachdem sich viele Flüchtlinge sehnen. Der Staat unterstützt sie dabei, aber auf dem Wohnungsmarkt suchen viele Asylbewerber dennoch vergeblich. Foto: dpa-Zentralbild

Die Gesellschaft wünscht sich die Integration der Flüchtlinge, viele Asylbewerber würden gern raus aus den Sammelunterkünften. Doch viele Vermieter zieren sich, weil sie um den Wert ihrer Immobilien fürchten. Der Staat muss ihnen Anreize bietet findet der Autor Cedric Rehman in seinem Kommentar.

Plieningen - Eigentlich klingt es nach einem guten Geschäft. Die Stadt zahlt schließlich sicher und pünktlich die Miete für die Flüchtlinge. Doch so einfach ist es nicht. In Stuttgart und anderswo werden Wohnungen für Singles und Kleinfamilien gebaut. Viele Flüchtlinge kommen aber aus Familien, in denen mehrere Kinder die Regel sind. Bedarf und Angebot klaffen auseinander. Dazu kommen die Erwägungen von Vermietern, wie sich der Einzug einer Großfamilie auf den Wert der Immobilie auswirkt. In der Regel ist der Verschleiß eben höher, wenn mehrere Kinder durch die Zimmer toben.

Sorgen der Vermieter ernst nehmen

Appelle, wie sozial nützlich es wäre, wenn Flüchtlinge schnell aus Sammelunterkünften ausziehen und mitten in der Gesellschaft leben, werden deshalb ungehört verhallen. Denn niemand vermietet, um der Gesellschaft etwas Gutes zu tun. Die Stadt muss dafür sorgen, dass die Sorgen der Vermieter wegen einer Wertminderung geringer werden. Sie übernimmt bereits jetzt für Wohnungssuchende in Notfällen mit sogenannten Garantieverträgen umfassende Vermieterrisiken. Weitere Hilfen bei der Vermietung an Flüchtlinge könnten das, was unter dem Stichwort Integration sozial gewünscht wird, auch wahrscheinlicher machen.

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