Die beliebteste Methode bei Einbrechern: Fenster oder Türen aufhebeln. Foto: dpa

Sie scheinen einfach nicht zu fassen zu sein: Wohnungseinbrecher schlagen in und um Stuttgart zu, ohne dabei von der Polizei erwischt zu werden.

Stuttgart - Sage ja keiner, dass man in oberen Stockwerken vor Einbrechern sicher wäre. In der Leonorenstraße in Degerloch, einem Wohngebiet in Halbhöhenlage mit schönem Ausblick hinunter nach Heslach, hatten unbekannte Kletterer ein mehrstöckiges Einfamilienhaus ins Visier genommen. Die Täter machten sich dabei die Mühe, über eine Glasfassade bis zu einem Fenster im zweiten Obergeschoss zu steigen. In Stuttgart und der Region müssen Bewohner derzeit verstärkt mit Einbrechern rechnen – immer und überall. In diesem Jahr wurde in Stuttgart noch keiner erwischt.

Der ungewöhnliche Klettereinbruch hat sich nach bisherigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei am Dienstag zwischen 16.30 und 22.10 Uhr zugetragen – und blieb von der Nachbarschaft unbemerkt. Offenbar auch deshalb, weil sich die Einbrecher auf der Rückseite des Gebäudes ans Werk gemacht hatten. Allerdings war die Mühe offenbar umsonst: Laut Polizei dürften die Täter nichts Stehlenswertes gefunden haben.

Der letzte Ermittlungserfolg: Dezember 2017

Auch im Stuttgarter Osten dürfte der Schaden den Wert der Beute bei Weitem übersteigen. Am Dienstag zwischen 9 und 22 Uhr drangen Einbrecher klassisch in eine Erdgeschosswohnung ein. In der Schönbühlstraße nahmen sie auf der Gebäuderückseite eine Balkontür ins Visier – und zertrümmerten die Scheibe mit einem unbekannten Gegenstand. Anschließend durchsuchten sie die Räumlichkeiten, durchwühlten Schränke und Schubladen. Die Beute: Münzgeld im Wert von wenigen Euro.

Die Kripo hat keine heiße Spur. In diesem Jahr hat sie in Stuttgart noch keinen Täter fassen können. Der letzte Erfolg datiert vom 11. Dezember 2017 – dabei handelte es sich um einen 25-Jährigen, der als Ladendieb erwischt wurde und Beutestücke aus Wohnungseinbrüchen in der Region bei sich hatte. Auch in den Landkreisen gab es in diesem Jahr noch keinen Ermittlungserfolg – mit Ausnahme von Göppingen, wo am 2. Januar drei 15 bis 17 Jahre alte Jugendliche gefasst wurden. „Die Ermittlungen über den Einbruch bei einem 82-Jährigen dauern noch an“, sagt Polizeisprecherin Judith Wolf.

„Intensivwochen“ der Polizei schrecken offenbar ab

In Stuttgart konnte mancher Täter nur knapp entkommen. In Uhlbach etwa begegnete ein Täter dem 77-jährigen Bewohner. Der Einbrecher entkam – trotz Hubschrauberfahndung. Die Arbeitsweise ist eindeutig: „Meist werden Fenster oder Türen aufgehebelt“, sagt Polizeisprecher Martin Schautz, „der Angriff auf Schließzylinder kommt dagegen seltener vor.“ Seine gute Nachricht: Die sogenannten Intensivwochen der Polizei, seit November mit verstärkten Streifen und Kontrollen, haben laut Schautz „die Einbruchszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum reduzieren können“.

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