Ein Einbrecher schlägt eine Scheibe ein, um das Fenster von innen zu öffnen. Foto: dpa

Experten geben Tipps, wie man seine vier Wände in der dunklen Jahreszeit vor Einbrechern schützt. Im Herbst und im Winter werden im Strohgäu deutlich mehr Einbrüche gemeldet als sonst.

Strohgäu - Eine böse Überraschung hat Hans Müller (Name geändert) nach seinem Urlaub in Spanien erlebt. Während seiner zweiwöchigen Abwesenheit ist bei dem 51-Jährigen eingebrochen worden. Müller versteht die Welt nicht mehr, hatte er doch alle Rollläden runtergelassen.

Ein Fehler, sagen Experten. „Wer längere Zeit nicht daheim ist, sollte nicht den Eindruck erwecken, dass das Haus leer steht, sondern dafür sorgen, dass die Rollläden regelmäßig geöffnet und geschlossen werden “, sagt der Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn. Entweder man bittet Nachbarn darum oder baut Rollläden ein, die automatisch auf und zu gehen. Weil Einbrecher in der Regel vor ihrer Tat das Umfeld auskundschaften, sollte man auch immer auf Verdächtiges achten, etwa auf fremde Personen oder fremde Autos, die sich in der Umgebung aufhalten. „Wenn Fremde mit fadenscheinigen Ausreden klingeln, um nach dem Weg zu fragen oder Bettler vor der Tür stehen, sollte man misstrauisch werden“, sagt Widenhorn.

Im Herbst und im Winter, wenn es früh dunkel wird, werden deutlich mehr Einbrüche gemeldet als sonst. Kommunen wie die im reichen Strohgäu mit einer guten Anbindung zur Autobahn, zur Bundesstraße und zum Bahnhof sind attraktiv für Einbrecher. „Je schlechter die Infrastruktur eines Ortes ist, desto sicherer können sich die Bürger fühlen“, sagt Thomas Reimold, der kommissarische Leiter des Ditzinger Polizeireviers.

Leitern reinstellen

Er stellt fest, dass die vorwiegend aus Osteuropa kommenden Einbrecher meist Bares stehlen, aber auch Schmuck – Dinge, die sie schnell zu Geld machen können. „Viele Einbrecher sind erfinderische Personen ohne Arbeit, die im wohlhabenden Europa auf eine aus ihrer Sicht einfache Art an Bargeld kommen“, sagt Reimold.

Besonders leicht haben es die Täter bei unvorsichtigen Bürgern. Solche, die die Fenster gekippt lassen oder die Wohnungstür bloß hinter sich zuziehen, selbst wenn sie nur kurz weg sind. „Wir raten Bürgern immer die Tür abzuschließen und die Fenster zuzumachen, egal, wie lange sie außer Haus sind“, sagt der Polizeisprecher Widenhorn. Ebenso sollten keine Aufstiegshilfen wie Leitern draußen stehen. „Und die Grundstücke sollten einsehbar sein, also nicht zugewuchert“, sagt Widenhorn. Sonst ist die Gefahr größer, dass die Täter unbemerkt einbrechen können.

Die meisten Diebe hebeln Türen und Fenster auf, andere schlagen Scheiben ein, um das Fenster dann zu entriegeln. Wieder andere gelangen über Balkontüren, deren Türen sie aufbrechen, nach drinnen.

Einbruchsserie in Korntal-Münchingen

Trotz seiner Lage ist das Strohgäu aber keine Hochburg für Einbrecher, betont der Revierleiter Reimold. Die Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor, doch insgesamt registrierte die Polizei bisher weniger Einbrüche im Landkreis Ludwigsburg als im Vorjahr . „Die Bürger sind aufmerksamer geworden und sichern ihre Häuser gut. Deshalb bleibt es bei vielen Einbrüchen beim Versuch“, sagt Widenhorn. Zudem zeitigten die Fahndungsmaßnahmen und die Präventionsarbeit der Polizei Erfolge.

2016 gab es in Ditzingen 26 Einbrüche (2015: 26), in Gerlingen 29 (2015: 27), in Hemmingen vier (2015: acht) und in Korntal-Münchingen 46 (2015: 16). Der Grund für den sprunghaften Anstieg in Korntal-Münchingen war eine Einbruchsserie derselben Täter. Das Revier Ditzingen, zuständig für das gesamte Strohgäu, klärte voriges Jahr mehr als ein Drittel der Taten auf.

Termin Auf Wunsch von Bürgern lädt die Polizei für Dienstag, 16. Januar, zur Veranstaltung „Schutz vor Wohnungseinbrüchen“ ein. Beginn ist um 19 Uhr im Bürgerhaus im Ditzinger Stadtteil Heimerdingen. Die Polizei gibt auch online Sicherheitstipps.

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