Von den 1137 Eigentümern aus der Wohnstadt Asemwald kommen nie alle, doch es sind meistens sehr viele. Foto: Archiv/Annegret Jacobs

Wenn sich die 1137 Eigentümer aus dem Asemwald treffen, ist das eine Großveranstaltung. Durch Corona war das lang nicht möglich. An einem neuen Ort sollen nun Themen abgearbeitet werden.

Asemwald - An die Maße muss sich Stefan Geiger erst gewöhnen. „Darin könnte man auch Fußball spielen“, beschreibt er das Raumvolumen der Halle C1 auf der Landesmesse. Tatsächlich hat Geiger, einer der Geschäftsführer von Klauß und Partner, der Immobilienverwaltungsgesellschaft, die seit 2014 die Wohnstadt Asemwald betreut, jedoch nicht Fußball im Kopf. Vielmehr soll in der Halle auf der Landesmesse nun endlich die Eigentümerversammlung der Wohnstadt nachgeholt werden. Geplant sind dazu zwei Termine um jeweils 18 Uhr, zum einen Montag, 18. Oktober, sowie als Folgetermin Mittwoch, 8. Dezember.

 

Diese jährliche Zusammenkunft unterscheidet sich allein von ihrer Größe her schon in normalen Jahren von anderen Eigentümerversammlungen. Das vertikale Dorf trifft sich. In Coronazeiten ist das erst recht eine Herausforderung. Der zuletzt anberaumte Termin hatte ausfallen müssen. „Wir hatten die Einladungen für den 30. März 2020 schon verschickt, die Filderhalle war – wie jedes Jahr – gebucht“, berichtet Geiger. Doch dann machten ihnen Corona und die Versammlungsverbote einen Strich durch die Rechnung.

Von den 1137 Eigentümern kommen nie alle, aber viele

Da die Pandemie auch jetzt noch die Bedingungen für Versammlungen einschränkt, war Geiger und seinem Team früh klar, dass sie sich etwas einfallen lassen mussten. „In der Filderhalle haben wir unter den aktuellen Auflagen nicht genug Platz“, benennt Geiger das Problem. Denn von den 1137 Wohneinheiten im Asemwald kommen zwar nicht alle, aber dennoch werde die jährliche Eigentümerversammlung immer von knapp 700 Interessenten besucht. Das ist ein Schnitt von rund 60 Prozent. „In anderen Wohnanlagen ist der Schnitt niedriger, aber im Asemwald rechnen wir weiterhin mit diesem hohen Zuspruch.“

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Da eine Eigentümerin aus dem Asemwald auf der Landesmesse arbeitet, brachte sie die Örtlichkeit ins Gespräch. „Im Endeffekt hätte es auch wenig Alternativen gegeben“, beschreibt Geiger das Raumangebot für derartige Großveranstaltungen auf den Fildern. Was die Versammlung dieses Jahr kostet und um wie viel sie teurer ist als in den Vorjahren, dazu möchte sich Geiger nicht äußern. Nur so viel: „Durch den persönlichen Kontakt über die Anwohnerin haben wir für die zwei Abende günstigere Konditionen aushandeln können.“

Themenstau, daher zwei Sitzungen

Auch die Durchführung der Veranstaltung bedeutete mehr Planung. „Wir haben früh gesehen, dass sich durch den Ausfall der Versammlung im vergangenen Jahr Themen angestaut haben und wir zwei Sitzungen brauchen“, schildert Geiger. „Nach fünf Stunden ist niemand mehr aufnahmefähig, und wir wollen, dass es zu tragfähigen Entscheidungen kommt.“ Allein die Sanierung der Aufzüge und die Instandsetzung der Tiefgarage sind zwei große Punkte, bei denen es um viel Geld geht.

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Die Maßnahmen an sich sind bereits beschlossen. Die Eigentümer müssen aber noch entscheiden, inwieweit sie die spätestens 2022 aufgebrauchten Instandhaltungsrücklagen durch höhere monatliche Abgaben aufstocken wollen. Es gilt die 3-G-Regel, weswegen die Immobilienverwaltungsgesellschaft am Einlass mit mehr Personal als sonst vor Ort sein muss. „Am Platz selbst kann man die Maske jedoch ablegen. Zudem gibt es keine Einschränkung für die Anzahl der Personen aus einem Haushalt.“

Asemwalder stimmen elektronisch ab

Ebenfalls ein Novum: Auf der Versammlung auf der Landesmesse werden zum ersten Mal elektronische Abstimmungsgeräte eingesetzt. „Das hat dann ein bisschen etwas von Aktionärsversammlung“, scherzt Geiger. Auch entschieden wird, wie es künftig mit den Versammlungen weitergeht. Klauß und Partner wollen ein sogenanntes Hybridverfahren vorschlagen. Das bedeutet, dass sich Eigentümer online zuschalten können, die Veranstaltungen jedoch weiterhin in Präsenz und aller Wahrscheinlichkeit nach wieder in der Filderhalle stattfinden werden.

Stefan Geiger hat bereits Erfahrung mit Hybrid-Veranstaltungen. Klauß und Partner seien technisch in der Lage, Veranstaltungen mit bis zu 300 Zuschaltungen anzubieten. „Ich glaube jedoch, dass im Asemwald die meisten Eigentümer weiterhin in Präsenz erscheinen werden. Denn die Wohnstadt lebt vom Dialog.“

Busshuttle zum Veranstaltungsort

Womit er auch in den Folgejahren fest rechnet, ist der Busshuttle zum Ort der Versammlung. „Dieses Angebot ist schon eine Eigenheit“, berichtet er. Für andere Eigentümerversammlungen gebe es diesen Service nicht. „Aber wenn wir das nicht anbieten, würde dies bemängelt werden – und höchstwahrscheinlich würden auch weniger Eigentümer kommen“, prognostiziert Geiger. Deswegen gebe es auch dieses Jahr – wie immer – vier Busse.