Schwungvoller Spatenstich für das neue Wohnquartier Klingengraben in Eislingen. Foto: Tilman Ehrcke

Der Spatenstich markiert offiziell den Startschuss für das Eislinger Wohnquartier Klingengraben. Ende 2027 soll das 30 Millionen Euro teure Projekt fertiggestellt werden.

Bauzäune, Container, Bagger: Dass die ersten Bauarbeiten für das neue Wohnquartier zwischen Silcherstraße und Im Klingengraben gestartet sind, ist jetzt klar. In rund 1,5 Jahren Bauzeit sollen vier Mehrfamilienhäuser, fünf Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus errichtet werden, dazu ein Quartiersraum und Gemeinschaftsplätze samt Kinderspielplatz. „Der Spatenstich ist jetzt ein besonderer Moment“, sagte Filippo Salvia, Geschäftsführer der Salvia Wohnimmo GmbH, die zur Eislinger Salvia Gruppe gehört.

 

Innovative Energiekonzepte sind Teil des Projekts

Das gesamte Projekt sei deutlich mehr als nur Gebäude, innovative Energiekonzepte verbinden sich mit Wohnraum, es werde Wohnraum für die Region geschaffen. „Bezahlbares Wohnen“, betonte der 52-jährige gebürtige Eislinger mit Blick auf eines der größten Wohnbauprojekte des Landkreises. Nachhaltigkeit ist ein Stichwort, ob bei Energieversorgung, Material oder CO₂‑Neutralität. Deshalb ist das Bauprojekt auch Teil des Netzwerks der Internationalen Bauausstellung IBA Stadt-Region Stuttgart 2027. „Wir wollen Generationen zusammenbringen“, sagte Salvia, und das könne nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Investition von rund 30 Millionen sei ein Gewinn für den Investor, das Bauunternehmen und die Stadt. Gute Planung sei die Voraussetzung, um das Budget nicht zu sprengen. Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Lebensqualität sollen Hand in Hand gehen. „Wir bauen nicht nur für die jetzige Generation“, sagte Salvia, man müsse immer eine Generation vorausdenken. Heico Zirkel, Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens Gustav Epple aus Stuttgart, ist sich sicher: „Das Projekt wird sich gut in die Umgebungsbebauung eingliedern.“

Wohnraum für rund 200 Menschen soll im Klingengraben entstehen

Insgesamt 84 Wohneinheiten mit rund 7400 Quadratmetern Wohnraum sollen im neuen Quartier Klingengraben geschaffen werden. Die vier Mehrfamilienhäuser werden zwischen 11 und 25 Wohneinheiten beherbergen, um jedem Bedarf gerecht werden zu können, sind 2- bis 5-Zimmerwohnungen, auf insgesamt 5765 Quadratmetern geplant. Zwischen 140 und 150 Quadratmetern Wohnfläche bieten die 5-Zimmer-Wohnungen der Doppelhaushälften, rund 170 Quadratmeter Wohnfläche das Einfamilienhaus. „Wir schaffen Wohnraum für rund 200 Menschen“, sagt Filippo Salvia. Die dreistöckigen Gebäude bekommen Flachdächer, ausgestattet mit PV-Anlagen, geheizt wird mit Wärmepumpen, Stromspeicher sorgen für mehr Nachhaltigkeit.

Überhaupt wird CO₂‑Neutralität im neuen Stadtquartier groß geschrieben, eine eigene Trafostation wird gebaut, alle Fahrzeugstellplätze sind für E-Autos konzipiert und mit Stromboxen ausgestattet. Zwei Drittel der Parkplätze befinden sich in den Tiefgaragen. Nachhaltiges Bauen zeigt sich auch in den Materialien: Ein Gebäude wird komplett in Holzbauweise erstellt, die anderen werden mit Holzfassaden verkleidet. Einige Gebäude bekommen begrünte Fassaden und Dächer. Auch Carsharing wird angeboten. Ein Mehrgenerationen-Quartier soll entstehen, mit Quartiersraum und ‑platz sowie Kinderspielmöglichkeiten.

Anteil des geförderten Wohnraums bei 34 Prozent

Schon im Vorfeld war klar: Die Stadt will, neben der Erfüllung der IBA-Kriterien, auch bezahlbaren Wohnraum für Eislingen schaffen. Die Salvia Wohnimmo setzt das um. In den Mehrfamilienhäusern soll der Anteil des geförderten Wohnraums 34 Prozent betragen. Das Einfamilienhaus soll verkauft werden, die Doppelhaushälften teilweise auch, in den Mehrfamilienhäusern gibt es ausschließlich Mietwohnungen.

„Die Vermarktung soll Anfang des kommenden Jahres starten“, sagt Salvia. Ein Musterhaus soll vorab fertiggestellt sein. Schon im Jahr 2019 war das Projekt vorgestellt worden, vier Jahre später wurde es öffentlich präsentiert, Bauträger sollte die Paulus Wohnbau sein, die Insolvenz anmeldete. Mit der Eislinger Salvia-Gruppe wurde ein neuer Investor gefunden, der alle Vorgaben der Stadt erfüllt. ​

Die Akteure hinter dem Projekt

Firmengruppe
Neben der Eislinger Salvia Gebäudetechnik GmbH gehören weitere 14 Unternehmen zur Gruppe, darunter die Salvia Immobilien GmbH. An rund 30 Standorten sind 2200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Vorzeigeprojekte sind zum Beispiel das Axel Springer-Haus Berlin oder der Taunusturm Frankfurt.

Eislinger Projekte
Der Start war die Salvia Gebäudetechnik, es folgte 2016 das „Eislinger Tor“ mit Hotel und Gastronomie, dann die Buntweberei, mit Hotel, Gastronomie, Verwaltung, Shoppingbereich und Fitnessstudio und vor einigen Monaten das Zweigwerk 11.​​

IBA-27-Netzwerk
 Die Internationale Bauausstellung IBA 27 Stadt-Region Stuttgart stellt das Bauen der Zukunft in den Mittelpunkt.