Wohnen in Stuttgart: OB Fritz Kuhn sagt, er habe sich durchaus mit der Wirtschaft besproche Foto: Leif Piechowski

OB Fritz Kuhn (Grüne) hat Kritik an seinem Konzept für das Wohnen in Stuttgart zurückgewiesen. Der Vorwurf, er habe sich zuvor nicht mit der Wohnungswirtschaft getroffen, sei falsch, ließ er mitteilen.

Stuttgart - OB Fritz Kuhn (Grüne) hat Kritik an seinem Konzept für das Wohnen in Stuttgart zurückgewiesen. Der Vorwurf, er habe sich zuvor nicht mit der Wohnungswirtschaft getroffen, sei falsch, ließ er mitteilen. Er habe mit zahlreichen Wohnungsbauunternehmen, Experten und Projektentwicklern Gespräche geführt, die konstruktiv, sachverständig und zielorientiert gewesen seien. Zudem sei im Konzept ausdrücklich angekündigt, dass er den Austausch institutionalisieren wolle. Dafür gebe es konkrete Pläne.

Energisch begegnete Kuhn auch der Kritik von CDU und FDP, dass er „Wohnboxen“ anstrebe. Bei dem Ansatz, die Zunahme der Pro-Kopf-Wohnfläche zu bremsen, gehe es ihm „um eine kluge Balance zwischen dem unbestrittenen Bedarf und dem Angebot an neuen Wohnungen“. Kleinere Wohnungen würden eine größere Zahl von Wohneinheiten pro Areal ermöglichen. Das könne ein wichtiges Kriterium sein, wenn man bisher stadteigene Flächen für eine qualitätvolle und preisgünstige Bebauung vergeben will.

SÖS/Linke lobt Zweckentfremdungsverbot und Mietpreisbremse

Die Gemeinderatsfraktionen hatten Kuhns Konzept im Gespräch mit den Stuttgarter Nachrichten im Grundsatz begrüßt, aber einige Elemente mehr oder weniger kritisiert. Die Fraktion SÖS/Linke äußerte sich nun als letzte: Positiv sei, dass Kuhn an den Einsatz von Zweckentfremdungsverbot und Mietpreisbremse denke. Er liege aber falsch, wenn er beim Thema von mehr bezahlbarem Wohnraum auf den Markt und die Investoren hoffe, sagte Fraktionschef Thomas Adler. Investoren würden für 10.000 Euro öffentliche Förderung nicht freiwillig eine Sozialwohnung bauen. Die Stadt müsse das tun und mit der stadteigenen SWSG Wohnraum deutlich unter Mietspiegelniveau anbieten. Bisher versuche die SWSG aber, an den explodierenden Mietpreisen zu partizipieren. Daher empfiehlt Adler dem OB, Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) als Aufsichtsratsvorsitzenden abzulösen.

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