Wohnen in Ostheim: im Vordergrund der Spielbereich der Kita, im Hintergrund die Terrasse des Wohncafés, das im Eckgebäude untergebracht ist. Foto: Jürgen Brand

Der Bau- und Wohnungsverein hat ein ganzes Quartier für alle Generationen geschaffen und erntet bei der Einweihung am Freitag viel Lob.

S-Ost - Mehr als 130 Wohnungen, 25 Millionen Euro Investitionssumme, Mieten von bis zu maximal 10,50 Euro pro Quadratmeter, eine Kindertagesstätte, ein Wohncafé, Betreuungsmöglichkeiten für ältere Menschen, wenig Verkehr. Mit dem Projekt Wohnen in Ostheim des Bau- und Wohnungsvereins hat der Stadtbezirk ein Wohnquartier bekommen, das in Stuttgart Seinesgleichen sucht.

Entsprechend viel Lob hat das Projekt bei der Einweihung am Freitag bekommen. Thomas Wolf vom Vorstand des Vereins, der gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Stuttgarter Wohnungsunternehmen ist, sagte: „Der Osten ist wohnungstechnisch ganz stark im Kommen!“

Selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter

Ursprünglich war in dem Bereich Raitelsberg-/Rotenbergstraße ein relativ normales Wohnbauprojekt geplant. Im Innenbereich sollten im Zuge der Nachverdichtung zwei Neubauten entstehen, entlang der Raitelsbergstraße mussten alte Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden, andere Altbauten wurden saniert. „In dieser Größenordnung und in einem so sensiblen Bereich war das aber für uns eine Herausforderung und Neuland“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende des, Vereins, Karl Epple, am Freitag. Im Laufe der Planungen entwickelte sich das Projekt zu einem ganzen Mehrgenerationenquartier mit Wohnraum für Menschen und Familien in allen Lebensabschnitten.

Ein wichtiger Projektpartner in dem neuen Quartier ist Anna Haag Mobil, das dort einen Servicestützpunkt eingerichtet hat und mit seinen vielfältigen, einzeln buchbaren Betreuungsangeboten älteren Menschen eine Versorgungssicherheit bietet. So wird ihnen das selbstbestimmte Leben in der eigenen Wohnung bis ins hohe Alter ermöglicht.

„Das Projekt greift das Sorgepotenzial der Gesellschaft auf“

Zweiter wichtiger Partner ist die St. Josef gGmbH, die die in einem der Neubauten eingerichtete viergruppige Kindertagesstätte betreibt. Dort werden in großzügigen hellen Räumen rund 50 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren betreut, im Innenbereich des Quartiers steht der Kita eine große Außenspielfläche zur Verfügung.

Gemeinsam wollen die Mitarbeiter von Anna Haag Mobil und St. Josef den Alltag von Jung und Alt in dem Quartier verknüpfen. Das in unmittelbarer Nähe der Kita eingerichtete Wohncafé soll der Dreh- und Angelpunkt des Konzeptes sein. Das Café wird ehrenamtlich organisiert, alle Bewohner des Quartier können sich dort einbringen. Es ist das inzwischen achte Wohncafé in der Landeshauptstadt. Unterstützt wird das Projekt vom Verein Integrative Wohnformen, in dem zahlreiche Unternehmen der Stuttgarter Wohnungswirtschaft engagiert sind. Die Vorstandsvorsitzende des Vereins, Alexandra Schäfer, sagte bei der Eröffnungsfeier: „Solche Rahmenbedingungen fördern das Wohlbefinden von älteren Menschen. Das Projekt greift das Sorgepotenzial der Gesellschaft auf und verteilt es an die Bedürftigen.“

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat kurzfristig abgesagt

Der Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost, Martin Körner, dankte dem Bau- und Wohnungsverein für sein Engagement. „Es geht was im Osten“, sagte Körner. „Das Projekt ist ein echter Knaller.“ Er wies darauf hin, dass der Verein in den nächsten Jahren mehr als 80 Millionen Euro in Bauprojekte im Stadtbezirk investieren werde.

Eigentlich hatte sich auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn für die Einweihungsfeier angekündigt. Er hatte dann aber kurzfristig abgesagt – was nicht bei allen geladenen Gästen auf Verständnis stieß.

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