Die Stadt will in Oberaichen Wohnblocks sanieren und aufstocken. Ende des Jahres soll es losgehen. Bis dahin muss zumindest ein Gebäude geräumt sein.
Die drei Wohnblöcke an der Straße Im Wäldle in Oberaichen wurden in den 1970er Jahren gebaut. Viel Geld ist in die Instandhaltung der Mehrfamilienhäuser 33, 35 und 37 in den vergangenen Jahren nicht geflossen. Nun will die Stadt die Gebäude, die direkt neben der Autobahn A8 liegen, energetisch sanieren und um ein weiteres Stockwerk aufstocken. Am Dienstagabend soll der Baubeschluss dafür im Gemeinderat fallen. Die Stadträte des Technischen Ausschusses haben in ihrer jüngsten Sitzung bereits grünes Licht gegeben.
Neun weitere öffentlich geförderte und damit bezahlbare Wohnungen sollen so entstehen. Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierung und Aufstockung liegen bei 9,96 Millionen Euro. 4,65 Millionen Euro muss die Stadt tragen. Die Investition soll sich nach 18 Jahren amortisieren. Die Wohnungen sollen künftig für etwa 11 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete und damit unter der ortsüblichen Vergleichsmiete angeboten werden. Vorrangig Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein, die einen Anspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung haben, sollen künftig dort leben.
Sanierung in Oberaichen: Häuser erhalten neue Böden, Fenster, Bäder
Das Büro LP&H Architekten aus Kirchheim unter Teck hatte in der TA-Sitzung ihre Entwürfe vorgestellt. Aus Kostengründen ist eine vereinfachte Aufstockung geplant. „Mit wenig Aufwand soll viel erreicht werden“, sagte Till Heller, einer der Büropartner. Die bisherigen Balkone sollen bleiben, genauso wie der bisherige Wohnungsmix.
Die Wände des zusätzlichen Stockwerks werden auf die Wände der bisherigen Geschosse gestellt. Die bestehenden Treppenhäuser werden aufgesägt, um eine neue Treppe für das zusätzliche Stockwerk einzusetzen. Einen Aufzug wird es nicht geben.
Die Außenanlagen werden nicht groß verändert. Das Innere der Häuser wird dafür kernsaniert: Die bestehenden Wohnungen erhalten neue Böden, Fenster mit Dreifachverglasung, neue Bäder und Toiletten. Das zusätzliche Stockwerk bekommt Fenster mit hohem Schallschutz. Eine dezentrale Lüftung und eine Luft-Wärmepumpe wird eingebaut.
Ende des Jahres soll der Baubeginn sein. Das Haus 37 muss bis dahin geräumt sein. Die bisherigen Bewohner müssen weichen. Ein „überlagerter Baubeginn“ ist für die Häusern 35 und 33 geplant. Dort soll schon mit der Aufstockung begonnen werden, wenn dort noch Menschen wohnen.
Wohnungen in Oberaichen – was sagen die Mieter?
Drei Wohnungen sind im Gebäude 37 noch belegt. Bürgermeister Benjamin Dihm schreibt dazu auf Nachfrage: „Mit den drei Mietparteien sind wir im guten Kontakt.“ Allen sei bereits ein alternatives Wohnangebot unterbreitet worden. Man sei zuversichtlich, dieses Gebäude zeitnah räumen zu können. Die Entmietung der Häuser 35 und 33 werde im weiteren Verlauf des Bauprojekts erfolgen.
Die SPD-Fraktion wünscht „ein glückliches Händchen bei der Räumung“. Die Freien Wähler hoffen, dass in den Wohnblöcken künftig auch kinderreiche Familien untergebracht werden. Die L. E. Bürger/DiB hoffen, dass es mit der Amortisierung nach 18 Jahren auch klappt. Die Grünen machen darauf aufmerksam, dass es durch die nahe Autobahn im Im Wäldle sehr laut und deshalb ein hoher Schallschutz notwendig sei.