Rund 1,8 Hektar groß ist das neue Köngener Baugebiet „Östlich Blumenstraße“, auf dem 36 Wohnbauflächen ausgewiesen sind. Foto: /Kerstin Dannath

Noch in diesem Jahr soll das Gebiet „Östlich Blumenstraße“ erschlossen werden. Entstehen sollen dort Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser.

Mit Verzögerung nimmt das neue Baugebiet „Östlich Blumenstraße“ in Köngen konkrete Formen an: Bereits 2019 hatte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen, der dann im beschleunigten Verfahren erstellt wurde. Damals war die Rede davon, dass die Erschließung des rund 1,8 Hektar große Areals auf Grundlage des Planwerks bereits 2022 über die Bühne gehen könnte.

 

Gericht bremst Verfahren aus

Neben der Krise am Bau machte jedoch auch eine Gesetzesänderung dem Vorhaben zunächst einen Strich durch die Rechnung. Um das Bebauungsplanverfahren zu vereinfachen und damit schneller dringend benötigten Wohnraum schaffen zu können, hatte der Bund 2017 mit dem auch in Köngen angewendeten beschleunigten Verfahren Erleichterung geschaffen.

Die Regelung war allerdings von vorneherein umstritten und konnte nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt angewendet werden. Der Hauptkritikpunkt war der mögliche Verzicht auf eine Umweltprüfung. Mitte 2023 urteilte das Bundesverwaltungsgericht dann, dass beschleunigte Verfahren europarechtlich nicht haltbar seien. Noch nicht abgeschlossene Verfahren mussten damit ins Regelverfahren überführt werden, bereits abgeschlossene Verfahren wurden teils nochmals geprüft. Auch das Köngener Neubaugebiet stand damit auf der Kippe. Da innerhalb eines Jahres keine Beschwerden bei der Kommune eingegangen sind, bleibt der ursprüngliche Bebauungsplan aber rechtlich bindend und muss nicht neu erstellt werden. „Der Bebauungsplan für das Gebiet ist inhaltlich korrekt, wir bewegen uns auf sicherem Boden“, bestätigte der Projektentwickler Tobias Zimmermann von der STEG Stadtentwicklungs-GmbH, die von der Kommune mit ins Boot geholt wurde, jetzt im Köngener Gemeinderat in der Zehntscheuer.

Ackerfläche wird versiegelt

Ausgewiesen sind auf dem neuen Baugebiet, das aktuell eine brachliegende Ackerfläche ist, insgesamt 36, zum Großteil private Wohnbauflächen. Sie sind aufgeteilt in acht Einfamilien-, 14 Doppel-, acht Reihen- und vier Mehrfamilienhäuser. Begrenzt ist das Areal im Süden und im Osten von bestehender Wohnbebauung, nördlich und westlich schließen sich Ackerflächen an. Die Zufahrt soll über die namensgebende Blumenstraße, die deswegen auf sechs Meter verbreitert werden muss, erfolgen. Nachdem laut Projektentwickler Zimmermann die Entwicklung im Tiefbau konträr zum Hochbau aktuell sehr gut sind, soll die Erschließung nun zeitnah über die Bühne gebracht werden. „Die allgemeine Tendenz ist, dass die Unternehmen händeringend nach Erschließungsmaßnahmen suchen“, bestätigte der Fachplaner, der dem nun anstehenden Ausschreibungsverfahren deswegen positiv entgegensieht.

Der nun einstimmig vom Köngener Gemeinderat abgesegnete Zeitplan sieht vor, dass die Ausschreibung an eine beschränkte Auswahl an Bieter bereits Anfang Februar erfolgen soll. Nach Auswertung der Angebote sollen die Erschließungsarbeiten Ende März vergeben werden. Der Startschuss für die Baumaßnahmen ist für Mai 2024 geplant, die Fertigstellung ein Jahr später.