Die Stadt Gerlingen macht den Weg frei für den Bau eines neuen Wohnquartiers in den Kupferwiesen. Hier sollen acht neue Wohnblocks mit 136 Wohnungen entstehen.
Abgerissen wird schon eifrig. Doch neu gebaut werden kann zwischen Wettegraben, Schillerstraße, Hofwiesenstraße und Kupferwiesenstraße erst, wenn die Stadt Gerlingen den Bebauungsplan aus dem Jahr 1975 geändert und das Baugesuch des Stuttgarter Bau- und Wohnungsvereins (BWV) abgesegnet hat. Beides ist am Mittwoch im Gemeinderat einstimmig erfolgt. Somit ist der Weg frei für ein neues Wohnquartier.
Auf dem rund 1,5 Hektar großen Areal standen bisher in vier Baureihen Wohnhäuser in Siedlungsbauweise. Drei davon sind Baureihen im Besitz der BWV, eine Baureihe gehört der Landesbaugenossenschaft der Finanzbeamten und bleibt vorerst unberührt. Das Gebiet im Gerlinger Norden liegt prominent auf einer Sichtachse zwischen Schillerhöhe und Ditzingen.
Verdichtung: 124 statt 88 Wohnungen – dazu ein Quartierstreff
Die drei bestehenden Baureihen mit bislang 88 Wohneinheiten werden nach und nach abgerissen und durch acht neue Gebäude mit 124 Wohnungen ersetzt. Zehn der neuen Wohnungen unterliegen der Sozialbaubindung, sodass die Stadt dort ein Belegungsrecht ausüben kann. Auch ein Quartierstreff ist geplant.
Es gibt eine Tiefgarage für 115 Autos
Die künftigen acht Wohnblocks sollen teils drei, vier, fünf und maximal sechs Geschosse plus Dach umfassen, wobei das Eckgebäude an der Hofwiesenstraße und Schillerstraße mit sechs Geschossen „den städtebaulichen Akzent“ bildet, sagt die Stadtverwaltung. Insgesamt will der BWV rund 9400 Quadratmeter neue Wohnfläche schaffen.
In der Siedlung soll auch eine Tiefgarage für 115 Autos entstehen. Lediglich neun Parkplätze für die Bewohner werden oberirdisch angelegt. Nach Auskunft der Stadt sollen alle Parkplätze mit einer Ladeinfrastruktur für E-Autos ausgestattet werden können. Die Flachdächer der künftigen Wohnblocks werden begrünt und den Bewohnern als gemeinschaftliche Dachgärten zur Verfügung stehen.
Die bereits abgebrochenen Gebäude nehmen den größeren Teil des Baufeldes ein. Erst wenn an dieser Stelle die neuen Wohnhäuser stehen, soll auch das letzte Bestandsgebäude in der Schillerstraße 50-54 im Herbst 2027 abgerissen werden. Die Bewohner der Bestandsbauten müssen jeweils umgesiedelt werden.
Im Herbst 2027 könnten die ersten Wohnungen bezugsfertig sein
Der Startschuss für die ersten Rohbaumaßnahmen soll Ende Januar 2026 fallen. Geht alles nach Plan, werden die ersten sechs Wohnhäuser mit 96 Wohnungen im Herbst 2027 bezugsfertig sein. Die zwei Siedlungshäuser des zweiten Bauabschnitts mit 28 Wohnungen sollen nach den aktuellen Planungen 2029 fertiggestellt werden.
Areal ist „gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen“
Große Zustimmung findet das Gerlinger Wohnbauprojekt im Gemeinderat: So lobt etwa Stadtrat Christian Haag (CDU) den „guten Ansatz der Nachverdichtung“. Der AfD-Stadtrat Ralph Flöter gab zu bedenken, dass die Zahl der geplanten Stellplätze wahrscheinlich zu gering sei. Wie Bürgermeister Dirk Oestringer (parteilos) betonte, sei das Areal jedoch gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Zudem entspreche der Stellplatzfaktor 1,0, also ein Parkplatz für jede Wohneinheit, der aktuellen Vorgabe der Landesbauordnung.