Spatenstich für den Baustart der Herzog-Christoph-Residenz. Foto: Funke

Für 10 Millionen Euro entsteht am Killesberg innovatives Wohnen für Senioren. In zwei Jahren sollen die ersten Bewohner einziehen können.

Feuerbach - Rund ein Jahrzehnt hat es bis zum ersten Spatenstich gedauert. Alexander Gunsilius, Sozialplaner bei der Stadt, erinnert sich genau, wie er damals die Pläne der Evangelischen Heimstiftung zum Bau einer Wohnanlage für Senioren am Fleckenweinberg den Anwohnern vorgestellt hat. Mit dem Spatenstich wird es mit dem Bau der Herzog-Christoph-Residenz am Killesberg ernst. In zwei Jahren soll die zehn Millionen Euro teure Einrichtung ihre ersten Bewohner aufnehmen: 19 Senioren, die in den 36 bis 59 Quadratmeter großen Pflegewohnungen leben, sowie 24 ältere Menschen, die in beiden betreuten Wohngemeinschaften ein neues Zuhause finden.

In Stuttgart fehlen 1650 Pflegeplätze

Dem Konzept hat die Heimstiftung den Namen „Wohnen Plus“ gegeben. An der Johannesstraße im Stuttgarter Westen hat der Verein Erfahrungen mit dem Projekt gesammelt. „Stuttgart ist die einzige Stadt mit zwei Einrichtungen dieser Art“, sagte Bernhard Schneider. Er ist Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung. Die Idee hinter „Wohnen Plus“: „Menschen trotz Pflegebedarf zu Hause individuell zu versorgen“, sagt Schneider. Gelingen soll das durch die Kombination verschiedener Pflegeangebote, die von den Bewohnern abgerufen werden können. Die Anlage ist auch Stützpunkt für einen mobilen Dienst. Sämtliche Wohnungen sind mit einem Assistenzsystem namens „Aladien“ ausgestattet. Entwickelt wurde es für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Damit können die Bewohner der Herzog-Christoph-Residenz die Dienstleistungen auswählen, die sie brauchen. In direkter Nachbarschaft sind eine Kindertagesstätte und die Christophkirche. „Mit den Kindern, der Kirchengemeinde und unserer Residenz wird am Killesberg ein lebendiges Quartier entstehen“, sagt Schneider. Karl-Eugen Fischer ging auf die Namensgebung für die geplante Residenz ein. Christoph von Württemberg reformierte Württemberg. Den Pfarrer in der Nordgemeinde überzeugt das Projekt der Heimstiftung, „weil dort Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt eine würdige Heimat finden“.

Alexander Gunsilius übersetzte „Wohnen Plus“ in den Jargon der Stadtverwaltung. „Wir sprechen von pflegenahem Wohnen.“ Für ihn überzeugend ist die Idee vom selbstbestimmten Leben. Er stellte fest, dass die Stadt in den kommenden Jahren zu den bestehenden 5200 stationären Pflegeplätzen weitere 1650 stationäre Plätze braucht: „In der Kreispflegeplanung haben wir ein Defizit.“ Obwohl es sich bei den Plätzen der Heimstiftung um ambulante Plätze handelt, würden sie in die Zählung der Stadt eingerechnet.

Bereits im kommenden Frühjahr wollen sich alle am Bau Beteiligten wieder an der Straße am Fleckenweinberg treffen. Dann soll Richtfest für die Anlage sein, die vom Büro Nike Fiedler Architekten in Stuttgart entworfen wurde und vom Stuttgarter Baubüro Rommel gebaut wird.

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