Mehrere Wohnblocks an der Fleiner Straße sollen dem neuen Quartier weichen Foto: Google Earth / Landsat Copernicus

Im Rahmen des Projektes „Am Rotweg“ sollen 250 bis 280 neue Wohnungen entstehen. Bauherren sind die Baugenossenschaft Neues Heim und die Baugenossenschaft Zuffenhausen. Nun ist der Planungswettbewerb entschieden: Der gemeinsame Entwurf eines Berliner und eines Marseiller Büros hat gewonnen.

Zuffenhausen - Der städtebauliche Wettbewerb für das geplante Quartier „Am Rotweg“ ist entschieden: Als Sieger gehen einstimmig das Architekturbüro ISSS Research Architecture Urbanism aus Berlin zusammen mit dem Büro für Landschaftsarchitektur topo*grafik aus Marseille hervor. Die Büros EMT Architekten aus Stuttgart und StudioVlayStreeruwitz aus Wien belegen gemeinsam den zweiten Platz und sollen in die weitere Planung und Umsetzung einbezogen werden.

„Wir haben gemeinsam Lösungen gefunden, die hohe Aufenthaltsqualität in ihren Außenräumen und den gebauten Räumen versprechen. Nicht nur Wohnraum, sondern auch soziale Funktionen finden ihren Platz im neuen Quartier“, sagt Susanne Dürr, Vizepräsidentin der Architektenkammer Baden-Württemberg und Vorsitzende des 27-köpfigen Preisgerichts. Insgesamt 15 Vorschläge waren zum Wettbewerb eingereicht worden. Mitte April hatte das Gremium im Bürgerhaus Rot getagt, begleitet von Vertretern der IBA’27 (Internationale Bauausstellung 2027) und der Stadt Stuttgart.

Ein Projekt zweier Baugenossenschaften

Zwischen 250 und 280 neue Mietwohnungen sollen vom Jahr 2024 an auf einem rund zwei Hektar großen Gelände im Bereich Rotweg/Fleiner Straße/Schozacher Straße errichtet werden. Ergänzt werden sie durch verschiedene gemeinschaftliche und gewerbliche Nutzungen. Damit das geschätzt rund 80 Millionen Euro teure Großprojekt umgesetzt werden kann, muss die Bestandsbebauung aus den 1950er Jahren abgerissen werden. Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der Baugenossenschaft Zuffenhausen und der Baugenossenschaft Neues Heim.

Der Siegerentwurf sieht zehn drei- bis siebengeschossige Gebäude vor, die sich um ein Netz von kleinen Plätzen gruppieren. Das Herz des Quartiers bildet eine zentrale Wiese, begrünte Areale am Rand schaffen Verbindung zur Nachbarschaft. Die vorhandenen Bäume sollen größtenteils erhalten bleiben. In den Erdgeschossen der Gebäude könnten gemeinschaftliche und gewerbliche Einrichtungen unterkommen: Läden, Kita, Ateliers, Werkstätten, ein Waschsalon oder eine Quartiersküche. In den Etagen darüber sind unterschiedliche Wohnungen vorgesehen. Auf den Dächern wäre es möglich, begrünte Dachterrassen anzulegen.

„Wegweisender Beitrag für die IBA’27“

Laut dem Konzept von ISSS soll das Quartier lokal und nachhaltig mit Energie versorgt werden. Eine Zisterne und naturnahe Versickerungsflächen machen Regenwasser nutzbar und schützen bei starken Niederschlägen. Am Rand des neuen Wohngebiets wäre ein Mobilitätszentrum denkbar. Auch ist angedacht, dass während der Bauzeit eine „IBA-Bauhütte“ wiederverwertbare Teile der alten Gebäude für die Neubebauung nutzbar macht.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass ein wegweisender Beitrag für Stuttgart und die IBA’27 entsteht“, sagt IBA-Intendant Andreas Hofer. Die Stärken der Entwürfe könnten sich gut ergänzen. Rüdiger Maier, der Vorstandsvorsitzende der BG Neues Heim, betont, Ziel des Projektes sei es, das Zusammenleben in den nächsten 50 Jahren mit allen Facetten zu ermöglichen. Gemeinschaft und Begegnung müssten gefördert werden. Allerdings werde man darauf achten, dass es auch künftig genossenschaftliche Mieten gebe.

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