Vier Bauplätze in diesem noch städtischen Areal stehen zum Verkauf. Foto: Simon Granville

Auf dem Bosch-Areal entstehen über 240 Wohneinheiten. Vier städtische Grundstücke werden per Losverfahren verkauft. Vorzug von Ärzten soll medizinische Versorgung vor Ort stärken.

Derzeit wird kräftig auf dem ehemaligen Bosch-Areal in Rutesheim gebaut. Dort, wo bis 2019 Lambdasonden und Sensoren zur Abgasnachbehandlung für die Automobilindustrie gefertigt wurden und etwa 730 Beschäftigte bis zur Schließung des Standortes Arbeit hatten, entstehen aktuell rund 240 Wohneinheiten – davon vier Doppelhaushälften, etwa 15 Reihenhäuser und etwa 220 Wohnungen. Die Stadt Rutesheim bietet Endverbrauchern insgesamt vier städtische Bauplätze für Doppelhaushälften im westlichen Bereich des neuen Quartiers direkt zum Verkauf an. Die Bewerbung erfolgt über die Internet-Plattform www.baupilot.com online. Öffentlich ausgeschrieben werden die Bauplätze noch in diesem Jahr – in der Zeit vom 15. August bis zum 2. Oktober. Die Vergabe erfolgt anschließend per Losverfahren, das voraussichtlich am 20. Oktober wegen Datenschutz in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses erfolgt.

 

Eine Ausnahme bei diesem Losverfahren gibt es. „Zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung werden Ärzte, die eine Arztpraxis mit Kassenzulassung im Rutesheimer Stadtgebiet eröffnen oder übernehmen, vorrangig berücksichtigt“, sagt Bürgermeisterin Susanne Widmaier. Die Absicht, eine Arztpraxis zu übernehmen oder zu eröffnen, müsse durch einen Vertrag, konkrete Pläne und einen durch die Kassenärztliche Vereinigung zugelassenen Praxissitz nachgewiesen werden. Zudem müsse sich der Arzt beziehungsweise Facharzt dazu verpflichten, die Praxis für mindestens zehn Jahre zu betreiben. Bewirbt sich ein Arzt zu den genannten Bedingungen um eines der Baugrundstücke, wird ein von der Stadt ausgewähltes Grundstück von der Verlosung ausgenommen und damit direkt an den Mediziner vergeben. Von dieser Regel ausgeschlossen sind Zahnärzte. „In diesem Fachbereich ist Rutesheim gut versorgt“, so Widmaier. „Falls es interessierte Ärzte gibt, werden sie sich bei uns direkt melden.“

Bestimmte Bedingungen für Bewerber

An alle anderen Bewerber stellt die Stadt bestimmte Bedingungen. Zielsetzung von Rutesheim ist es, vorwiegend Wohnraum für ortsansässige Bürger zur Verfügung zu stellen und zu schaffen. Zugelassen zur Auslosung werden Personen, die am 21. Juli 2025 ihren Hauptwohnsitz in Rutesheim haben oder sozialversicherungspflichtig mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 20 Stunden in Rutesheim arbeiten. Die Möglichkeit, dass auch Interessenten, die in der Vergangenen mindesten fünf Jahre in Rutesheim gewohnt oder gearbeitet haben, in den Lostopf kommen, lehnte der Gemeinderat nach einem Antrag von Felix Fuchs (SPD) einstimmig ab. Der Bewerbung ist eine Meldebescheinigung des Bürgeramts der Stadt Rutesheim oder eine schriftliche Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers beizufügen.

„Das Internetportal ,Baupilot‘ fragt alle Bedingungen ab und wir prüfen dann, ob alles vorliegt, bevor wir die Daten in den Lostopf geben“, erklärt Widmaier, Gezogen wird im Verwaltungsausschuss nichtöffentlich wegen Datenschutz.

Die anderen Flächen werden an Bauträger verkauft – auch sie konnten sich auch auf der Internet-Plattform „Baupilot“ bewerben. „Wir werden gemeinsam im Gemeinderat entschieden, wer baut“, so die Bürgermeisterin, die zudem versichert: „Die Arbeiten auf dem Areal laufen nach Plan.“