Frisches Obst und Gemüse gibt es auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Die Themen Zufahrt und Parkplätze spielen dabei in Möhringen aktuell eine besondere Rolle. Foto: dpa/H. Hollemann

Seit Jahresbeginn findet der Möhringer Wochenmarkt im Spitalhof statt. Der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart, die Bezirksvorsteherin und der örtliche GHV-Vorsitzende waren am Samstag dort, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

Möhringen - Der Ärger hält an. Sei dem 2. Januar ist der Möhringer Wochenmarkt im Spitalhof anstatt wie bisher auf dem Oberdorfplatz zu finden. Das führte zu Protest, sowohl unter den Beschickern als auch unter den Kunden. Sie kritisieren vor allem, dass es am neuen Standort weniger Parkplätze gebe und dass die Zufahrt für die fliegenden Händler mit ihren großen Fahrzeugen erschwert sei.

Evelyn Weis war am Samstag vor Ort. „Mein persönlicher Eindruck zum Standort: Er ist optisch sehr ansprechend“, sagt die Bezirksvorsteherin. Rückmeldungen von Kritikern habe es auch im Bezirksamt gegeben. Mittlerweile habe das aber abgenommen. „Selbstverständlich wurden wir am Samstag ebenfalls von Marktbesuchern angesprochen“, sagt Weis. Die Forderung sei gewesen, dass vor dem Marktgelände direkt Parkplätze zur Verfügung gestellt werden sollten. Bezüglich der Zu- und Abfahrt habe sich gezeigt, dass dies für die Marktbeschicker grundsätzlich machbar sei. Weis betont, dass man sich derzeit in einer Probephase befinde. „Danach werden die Stuttgarter Märkte berichten, wie sich die Situation entwickelt hat“, sagt sie und ergänzt: „Ich würde mich aber freuen, wenn man dem Markt an seinem neuen Standort eine reelle Chance gibt.“

Auch am alten Standort habe es Probleme gegeben

Auch Thomas Lehmann, der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart, ist am Samstagvormittag in Möhringen gewesen. „Sicher gibt es da noch das ein oder andere Thema zu regeln. Aber da ist nichts dabei, was nicht zu lösen wäre. Es ist nicht so, dass der Spitalhof als Standort für den Wochenmarkt gar nicht geht“, sagt er. Richtig sei, dass Marktbeschicker mit besonders großen Fahrzeugen Probleme hätten. Da müsse man gegebenenfalls auf kleinere Fahrzeuge umstellen. Mancher Kunde habe zudem einen längeren Weg von seinem Parkplatz zum Markt zurücklegen müssen. „Aber ich habe am Samstag im Umkreis von 200 Metern bestimmt 20 freie Parkplätze gesehen“, sagt Lehmann. Er verweist auch darauf, dass es bundesweite Studien gebe. Und die kämen zu dem einmütigen Ergebnis, dass Wochenmärkte in zentralen Lagen besser angenommen werden würden und daher zukunftsträchtiger seien. Am vergangenen Samstag seien alle neun Marktbeschicker da gewesen. Er habe mit ihnen gesprochen; mit dem Ergebnis, dass deren Geschäfte nicht schlechter laufen als vor der Verlegung.

Thomas Lehmann betont, dass es auch am alten Standort an der Martinskirche nicht immer beschwerdefrei gelaufen sei. Da habe es immer wieder Probleme mit Falschparkern gegeben. Der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart hat einige E-Mails von Gegnern des neuen Standorts bekommen. Etwa 15 verschiedene Personen hätten ihn kontaktiert. Den meisten habe er geantwortet, allen anderen werde er noch schreiben. Der Test werde aber fortgesetzt. Nach drei Monaten werde man ein Zwischenfazit ziehen und nach sechs Monaten entscheiden, ob es am neuen Standorte massive Probleme gebe und man an den alten Platz zurückkehre.

Der Wunsch sei aus der Bürgerschaft gekommen

Christian Dempf, der Vorsitzende des GHV Möhringen, verweist vor allem darauf, dass der Wunsch, den Markt zu verlegen, aus der Bürgerschaft gekommen sei. Ausgesprochen worden sei er bei der Bürgerversammlung im Mai 2017. Das sei zwar schon eine Weile her, aber es habe nun mal eine Weile gedauert, die Voraussetzungen für die Verlegung zu schaffen. Das Ziel sei es, den Ortskern zu beleben und auch in Zukunft einen attraktiven Platz für einen Wochenmarkt bieten zu können. Der Markt sei am Samstag gut besucht gewesen und er habe neben aller Kritik auch schon viele positive Rückmeldungen bekommen.

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