Nächste Woche sollen noch ein Gemüsehändler und ein Fischstand auf dem Wochenmarkt am Fasanenhof dabei sein. Foto: Maike Woydt

Zwei neue Stände sind auf dem Markt am Fasanenhof. Obst, Gemüse und Fisch sollen folgen. Einige Anbieter schauen sich aufgrund des schlechten Standorts allerdings bereits nach Alternativen um.

Fasanenhof - Eine Verlegung auf eine attraktivere Fläche ist angedacht“, sagt Axel Heger, Geschäftsführer von Märkte Stuttgart. Dies könne man allerdings erst in der Zukunft und nach genauer Absprache mit allen Beteiligten – dem Bürgerverein Fasanenhof, dem Bezirksbeirat und der evangelischen Kirchengemeinde – in Angriff nehmen.

Obst- und Gemüsehändler als Aushängeschild

Der Rettungsversuch für den Wochenmarkt am Fasanenhof hat aber bereits begonnen: Aus einem einzelnen Marktstand wurden drei, und von nächster Woche an soll neben Wurst, selber gemachter Marmelade und Feinkost auch Obst und Gemüse sowie Fisch angeboten werden. „Leider konnte der Obst- und Gemüsehändler Manz gestern nicht kommen, da er nicht genug Waren bekommen hat“, sagt Petra Leitenberger vom Bürgerverein.

Doch eben dieser Stand sei sehr wichtig, denn die Kunden hätten deutlich abgenommen, nachdem der ehemalige Obst- und Gemüsehändler nicht mehr regelmäßig vor Ort war. Dem stimmt auch Heide Gänßle zu, die einen Wurststand auf dem Wochenmarkt betreibt. „Ich freue mich, wenn hier Gemüse und Obst verkauft wird. Wir sind eben nur das Beiwerk“, sagt sie. Bereits seit Beginn des Wochenmarktes hat sie einen festen Platz dort. Jeden Donnerstagvormittag steht sie „bei Wind und Wetter“ in ihrem Stand und verkauft Saitenwürstchen, Kartoffelsalat und Schwarzwurst. Zwar hätte auch bei ihr der Umsatz im Vergleich zum Beginn des Wochenmarktes abgenommen, aber es lohne sich dennoch: „Unsere Permanenz zahlt sich eben aus.“ Auch für die überwiegend ältere Kundschaft hofft sie, dass noch ein paar Stände dazu kommen, die dann aber auch für eine gewisse Zeit bleiben.

Ein kleiner Schritt in diese Richtung hat sich am gestrigen Donnerstag bereits getan. Erstmal befristet für eine halbes Jahr wird Albert Gutekunst selbergemachte Marmelade, Liköre, Sirup und Hochprozentiges auf dem Markt anbieten. Dann werde er Bilanz ziehen und entscheiden, ob er weiterhin seinen Stand aufbaut.

Fasanenhof wird als schlechter Standort angesehen

Für Vali Mousavi vom Feinkoststand Momeni steht der Entschluss eigentlich schon fest: „Das Geschäft ist hier nicht so gut.“ Er habe bis 11 Uhr morgens nur zwei Kunden gehabt. Die endgültige Entscheidung, ob er weiterhin am Fasanenhof seine Oliven, Meeresfrüchte und Peperoni verkauft, wird jedoch sein Chef treffen. Dieser sei sehr zuversichtlich gewesen, als er von Märkte Stuttgart für den Wochenmarkt am Fasanenhof beauftragt wurde. Mousavi sieht den schlechten Standort als Grund für die wenige Kundschaft. „Vielleicht sollte man es mal mit einem anderen Ort versuchen“, sagt der Marktbeschicker.

Das ist Petra Leitenberger schon länger aufgefallen. Eine Alternative hat sie auch: den Platz vor der Bonhoeffer Kirche. Ein neuer Standort und das Motto Gutes für Leib und Seele sollten den Wochenmarkt in neuem Glanz erstrahlen lassen. Doch das Marktamt Stuttgart war gegen diesen Vorschlag. Laut Leitenberger befürchten die Märkte Stuttgart, dass sich die Marktbeschicker dadurch den Standgebühren entziehen könnten. Doch dafür gebe es keinen Grund. „Ich habe mit den Marktbeschickern gesprochen und sie sind bereit, auch auf dem Kirchenvorplatz eine Standgebühr zu bezahlen“, sagt Petra Leitenberger. Man könne eine Lösung finden, wenn alle dazu bereit wären.

Das Marktcafé bleibt auch weiterhin bestehen

Jürgen Spohn, der Pfarrer der evangelischen Gemeinde Fasanenhof, hofft sehr darauf, dass man mit Märkte Stuttgart verhandeln kann. Er ist begeistert von Leitenbergers Idee. „Ich stelle mir das echt toll vor, wenn die Stände vor der Kirche sind und man leise Orgelmusik von innen hört“, sagt Spohn. Er und auch die Gemeindemitglieder hoffen, dass der Markt weitergeht und dass dieser neu aufblühen kann.

Günther Joachimsthaler, der Vorsitzende des Bürgervereins, wünscht sich, dass es nun mit dem Wochenmarkt bergauf geht. Er betreibt gemeinsam mit dem Ehepaar Christina und Reiner Schwarzmeier das Marktcafé. Dieses wurde gegründet, um den Marktbesuchern eine Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen werden die neuesten und wichtigsten Infos ausgetauscht. „Egal wie es mit dem Wochenmarkt weitergeht, das Marktcafé wird es weiterhin geben“, sagt Joachimsthaler.

Axel Heger sieht für die Zukunft des Wochenmarktes nicht schwarz. Er sei froh, das Grundsortiment an Ständen eines guten Wochenmarktes zu bieten. „Ich würde mich über weitere Stände und einen Ausbau des Marktes aber freuen.“

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