Neben den „Hotspots“ hat die Polizei am Wochenende auch die Partymeile in Stuttgart im Blick. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Nach einem großen Polizeieinsatz zur Räumung des Schlossplatzes am vergangenen Wochenende soll es nicht wieder zu großen Ansammlungen an beliebten Stellen kommen. Wie geht die Polizei vor?

Stuttgart - Die Polizei hat am Wochenende zwei Schwerpunkte: Zum einen soll es an den „Hotspots“, das sind beliebten Treffpunkte in der Stadt und Ausflugsziele, nicht wie am vergangenen Wochenende zu drangvoller Enge kommen. Am Samstag wurde der Schlossplatz wegen etlicher Verstöße gegen die Coronaregeln geräumt. Zum anderen will sie der Vergnügungsszene, die an der Partymeile für einen Verkehrskollaps gesorgt hat, den Weg abschneiden.

Polizei: Normale Einsatzstärke

Die Polizei gehe dem Wochenende recht unaufgeregt entgegen, sagt die Pressesprecherin Monika Ackermann. Die Präsenz sei die eines normalen Wochenendes. Vor allem am Freitag habe man aufgrund des Wetters mit wenig Publikum gerechnet. „Am Samstag ist es sonniger, da ist dann sowohl tags als auch am Abend mehr los“, fügt sie hinzu.

Man wolle versuchen, dass es nicht erst zu großen Ansammlungen komme, in denen die Einhaltung der Coronaregeln nicht möglich sei. Beim Abzug vom Schlossplatz hatte etwa ein Dutzend der rund 500 Menschen am vergangenen Samstag Flaschen geworfen, Mülleimer umgestoßen und Polizeibeamte beleidigt.

Die Streetworker informieren über ihre Arbeit

An beiden Abenden wird neben der Polizei die Mobile Jugendarbeit unterwegs sein. Das Team werde sich vorstellen, Flyer verteilen und Anlaufstellen mit Fahnen markieren. Am Samstagabend bekommt das Team Besuch vom OB Frank Nopper (CDU). Er will sich ein Bild der Lage am Schlossplatz machen.

Verkehrspolizei setzt auf Platzverweise und Bußgelder

An der Friedrich- und der Theodor-Heuss-Straße wird die Verkehrspolizei im Einsatz sein und sich der sogenannten motorisierten Vergnügungsszene widmen. Anders als in den zurückliegenden Sommern seien dort nur wenige Poser mit teuren und aufgemotzten Karossen unterwegs gewesen. Vielmehr seien aus fast ganz Baden-Württemberg nach dem Ende der Ausgangssperre viele, die mal wieder etwas erleben wollten, nach Stuttgart gefahren. „Das spricht sich dann in den sozialen Medien rasend schnell rum“, sagt Michael Saur, der stellvertretende Chef der Verkehrspolizei. Man werde mit Platzverweisen und Bußgeldern von bis zu 100 Euro für Hupkonzerte reagieren. Um das Herumgefahre zu unterbinden, wolle man wie am vergangenen Wochenende die Partymeile zeitweise sperren. „Wir müssen für Sicherheit sorgen und die Leichtigkeit des Verkehrs im Auge haben“, so Saur.

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