„Der Terminkalender ist übervoll, da wäre Abhilfe nötig“, sagt Bundestrainer Joachim Löw. Foto: dpa

Der deutsche Bundestrainer plädiert vor den Spielen gegen Kasachstan für eine Vorqualifikation für die Außenseiter.

Frankfurt/Main - Die kurzfristigen Absagen von Toni Kroos und Sven Bender lassen Joachim Löw weitgehend unbeeindruckt. Die Themen des Bundestrainers heißen dieser Tage: Zeitverschiebung mit einem Anstoß um Mitternacht und Kunstrasen. Auf solch einem muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft an diesem Freitag um 24 Uhr Ortszeit (19 Uhr MEZ/ZDF) im 4300 Kilometer entfernten Astana antreten. Die Punkte gegen Außenseiter Kasachstan in der WM-Qualifikation sind fest eingeplant. Löw stellt nun die ungeliebten Spiele zwischen Groß und Klein erneut infrage.

Der Bundestrainer liebt die großen Duelle. Spanien, Italien, England, die Niederlande kommen ihm als Gegner besonders recht. Partien gegen kleine Fußball-Nationen passen dagegen nicht in sein Konzept. Vor dem Doppelspieltag – am kommenden Dienstag findet das Rückspiel in Nürnberg statt – hat sich der Coach daher für die seit langem diskutierte Reduzierung der David-gegen-Goliath-Duelle ausgesprochen. „Der Terminkalender ist übervoll, da wäre Abhilfe nötig. Ob es aus sportlicher Sicht Sinn ergibt, zweimal gegen Länder wie Kasachstan oder die Färöer anzutreten, darüber kann man diskutieren“, sagte Löw. In der von Deutschland angeführten Qualifikationsgruppe C sind neben Schweden, Irland, Österreich die Färöer als krasser Außenseiter deutscher Gegner. Grund genug für Löw, die alte Idee aufzugreifen, dass bei künftigen WM- und EM-Ausscheidungsrunden der Modus geändert wird. „Ich persönlich bin für die Einführung einer Vorqualifikation“, sagte er. Unterstützung würde er dabei auch bei den Bundesliga-Clubs finden. Sportlich bringen die Partien gegen drittklassige Kontrahenten die Stars nicht weiter – und die Reisen sind oft strapaziös.

Eine Extra-Runde für Fußball-Zwerge wird es nach Einschätzung von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach aber auch in Zukunft nicht geben. „Das wird nicht kommen“, sagte er. Schon aus sportpolitischen Gründen. Denn diese Maßnahme wäre in den betroffenen Ländern höchst unpopulär und würde Uefa-Präsident Michel Platini in Erklärungsnot bringen. Der Präsident des europäischen Verbandes macht sich immer wieder für eine Besserstellung kleinere Fußball-Länder stark, gerade diese hievten ihn 2007 ins Amt und profitieren auch finanziell von den Vergleichen gegen die Großen.

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